Burhave - In Kürze werde eine überarbeitete Fassung der Richtlinie für die Anlage und Dimensionierung von landwirtschaftlichen Wegen vorliegen, gab Martin Vaupel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen während der Experten-Anhörung zur Finanzierung von Straßenrunde am Dienstag im Burhaver Rathaussaal bekannt. Darin sind unter anderem die Breiten aufgelistet, die Wirtschaftswege haben müssen.
Für Butjadingen ist das allerdings reine Utopie, weil die vorgegebenen Mindestbreiten schon wegen der in aller Regel an beiden Seiten der Wirtschaftswege verlaufenen Gräben kaum zu realisieren sein werden.
Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolks, ist naturgemäß kein Freund von Straßenausbaubeiträgen. Das machte er im Rathaussaal auch deutlich. Er verwies auf die Gemeinde Wangerland, die bereits seit 22 Jahren über eine Straßenausbaubeitragssatzung verfüge, diese aber noch nie angewandt habe – weil, so Ostendorf, die hohen Beträge, die bei Straßenausbauten vor allem auf die Landwirte zukämen, politisch gar nicht durchzusetzen seien.
„Wir reden hier nicht von Wirtschaftswegen, sondern von 130 Kilometern Gemeindestraßen, die Verbindungswege darstellen“, beschrieb der Kreislandvolk-Vertreter die Situation in Butjadingen.
„Hirngespinste bringen uns nicht weiter“, sagte bei der Diskussion im Anschluss an die Expertenreferate Peter Cornelius vom Ortslandvolkverband Burhave/Waddens, der eine „einfache und praktikable Lösung“ forderte. Die könnte darin bestehen, dass sich Landwirte zu Realverbänden zusammenschließen und als solcher einen Wirtschaftsweg von der Gemeinde übernehmen – und dann auch selbst unterhalten. Die Idee dahinter ist, dass die Landwirte die Wege zu deutlich niedrigeren Kosten ausbauen könnte als die Kommune.
Auch bei Realverbänden und Wegegenossenschaften gibt es aber viele offene Fragen. Die müssen Rat und Verwaltung nun klären. Bürgermeisterin Ina Korter, die nicht zuletzt in den wiederkehrenden Beiträgen einen möglichen Weg gesehen hatte, stellte nach den Expertenaussagen fest, dass diese letztlich nichts als eine eine zusätzliches Steuer seien. Ina Korter versprach gleichwohl, dass auf der Suche nach einer gerechten Lösung nun alle Möglichkeiten geprüft werden.
