Hude/Nordenholz - Den Gastronomie-Standort Nordenholz, wo heute der Nordenholzer Hof betrieben wird, gibt es schon sehr lange. Bereits 1630 wurde hier der erste Dorfkrug eröffnet. Darauf wies Heiko Aschenbeck, heutiger Eigentümer des Areals, im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hin.
Aschenbeck, als SPD-Fraktionschef sonst auf der anderen Seite sitzend, musste dieses Mal seine Ratskollegen davon überzeugen, die Empfehlung für einen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen.
Der Bebauungsplan wird vom Landkreis Oldenburg zwingend gefordert, um ein weiteres Projekt beim Nordenholzer Hof zu realisieren.
Wie die NWZ berichtete, soll auf dem Gelände eine historische Scheune wieder aufgebaut werden.
Scheune des Ortsvereins
Diese Scheune stand früher einmal Ecke Brookweg/Nordenholzer Straße. Der Ortsverein Nordenholz hatte die Scheune fachgerecht abgebaut und zwischengelagert.
Die ursprüngliche Idee, die Scheune bei der alten Schule wieder aufzubauen, scheiterte. Jetzt soll sie beim Nordenholzer Hof stehen und das vorhandene historische Gebäudeensemble ergänzen. Der Gedanke ist, dass der Ortsverein und der Gastronom die Scheune gemeinsam nutzen.
Aschenbeck hat den Gastronomiebetrieb zusammen mit dem Pächter gerade erfolgreich wiederbelebt. Wichtig sei ein zukunftsträchtiges Konzept, sagte der Eigentümer. Da passe die Scheune gut hinein.
Wenn es nur um die Scheune gegangen wäre, hätte es wahrscheinlich auch grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben. Als Aschenbeck allerdings von seiner Vision erzählte, irgendwann einmal auch die Beherbergungsmöglichkeiten auszubauen (acht bis zwölf Zimmer), kamen die Bedenken.
Friedrich Schnabel (CDU) sprach von einer „ganz erheblichen Wendung“. Eine solche planungsrechtliche Ausweisung werde sehr sorgfältig abzuwägen sein. Schließlich handele es sich um einen Außenbereich.
Weil es jetzt nicht mehr nur um die Scheune, sondern auch um Hotelbetten gehe, regte Birte Wachtendorf (Grüne) an, das Ganze in den Fraktionen noch mal in Ruhe zu diskutieren.
Nach Sitzungsunterbrechung wurde die Beschlussempfehlung denn auch vertagt.
Heiko Aschenbeck sagte dazu am Tag danach gegenüber der NWZ , dass er nur offen und transparent auch seine Zukunftsvisionen in der Ausschusssitzung auf den Tisch gelegt habe, was den Ausbau des Beherbergungsbetriebes betreffe.
Nichts erschleichen
Im Augenblick gebe es dazu noch nichts Konkretes, aber man müsse sich auch diese Entwicklungsmöglichkeit für den gerade frisch belebten kleinen Gastronomomiestandort offen halten. Die Ausweisung des Areals als früheres Dorfgebiet und heutiges Mischgebiet im Flächennutzungsplan lasse so etwas auch zu. Darauf hatte auch Martina Schneider vom Bauamt schon in der Sitzung am Mittwoch hingewiesen.
Aschenbeck wehrte sich gegen Vermutungen, er wolle sich etwas erschleichen. „Wir haben das nie geheim gehalten“, sagte er gegenüber der NWZ .
