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Idee Hobbygärtner bauen hier bald eigenes Gemüse an

Hundsmühlen - Sich nicht nur auf bewährten Pfaden bewegen, sondern auch mal neue Wege gehen, das will Jungbauer Dirk Freese aus Hundsmühlen. Bereits im vergangenen Winter hatte der 25-jährige Landwirt mit einer Milchtankstelle auf sich aufmerksam gemacht, an der Verbraucher frische Kuhmilch aus dem Automaten zapfen können. Nun hat der staatlich geprüfte Betriebswirt eine neue Idee.

Ab Ende April will er Hobbygärtnern einen seiner Äcker für den individuellen Gemüseanbau zur Verfügung stellen. Je nach Zeit, Kraft und Geldbeutel können Einzelpersonen, Familien, Schulen, Vereine oder Nachbargemeinschaften eine beliebig große Fläche pachten und selbst bestellen (Mindestgröße fünf Quadratmeter). „Mein Gemüse anbauen.ernten.genießen“ heißt seine Aktion. „Etwas Vergleichbares habe ich in unserer Region bislang nicht finden können“, sagt Freese.

„Ich stecke die Parzellen in der gewünschten Größe ab, lege dazwischen Pfade an, sorge für eine Wasserstelle und einen Blühstreifen rund um den Acker“, beschreibt Dirk Freese sein Vorgehen. Der Boden werde von ihm professionell vorbereitet, so dass die Selbstversorger im Frühjahr gleich mit der Aussaat beginnen könnten. Spezialgeräte wie „Reinzieher“ und „Kartoffelhäufler“ stelle er kostenlos zur Verfügung. Tipps für die richtige Pflege von Boden und Pflanzen gibt es vom Fachmann obendrauf.

Saatgut günstig kaufen

„Auch beim Kauf des Saatgutes oder von Gartenzubehör kann man sich zusammenschließen und diese Sachen über die Genossenschaft günstiger besorgen“, bietet Freese seine weitere Hilfe an.

Doch warum sollten sich gerade im ländlichen Raum Menschen einen Schrebergarten zulegen? Besitzen doch hier, anders als in Städten, vielmehr Menschen einen eigenen Garten. „Viele wollen aber in ihrem schön angelegten Garten nicht unbedingt ein Gemüsebeet haben“, weiß Landwirt Freese.


Und ein Schrebergarten in einer Kleingartenkolonie sei für die meisten viel zu verpflichtend: „Eine Parzelle muss ich dort gleich für mehrere Jahre pachten und dazu noch etliche Stunden Gemeinschaftsdienst leisten.“

„Bei meinem Modell verpflichtet sich der Hobbygärtner immer nur für ein Jahr“, erklärt Dirk Freese, der auf seinem Hof Mastbullen und Milchkühe hält und darüber hinaus noch Ackerbau betreibt. Anfang November, wenn die Ernte vorbei sei, werde der Acker wieder umgepflügt. Es sei denn, jemand wolle unbedingt Grünkohl ernten. Dann könne das vorher besprochen werden.

Wenn die Ernte beginnt, will der innovative Landwirt eine Tauschbox aufstellen, in der überschüssiges Gemüse von den bestellten Flächen mit anderen Parzellenbesitzern getauscht werden kann. „In Wardenburg gibt es so was auch für Bücher“, zieht Freese lachend einen Vergleich. Somit werde das Wegwerfen von Lebensmitteln vermieden.

Verzehr ohne Reue

Und noch einen Vorteil seines Modells nennt Dirk Freese: „Jeder Parzellenbesitzer weiß, woher sein Gemüse kommt und kann es ruhigen Gewissens verzehren.“ Das wisse man bei Gemüse aus dem Supermarkt längst nicht immer.

Eine Kundin hat Dirk Freese bereits: „Sie will mit ihrer Familie eine Fläche bestellen, um ihren Enkeln die Natur näher zu bringen.“

Das der 25-Jährige ein Gespür für gut funktionierende Ideen hat, beweist seine Milchtankstelle am Querkanal: „Die läuft mittlerweile richtig gut.“

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