Bösel - Der 13. November 1972 bleibt dem Ehepaar Hubert und Maria Theilmann aus Bösel, Eichendorffstraße, immer in Erinnerung, denn da wurde Tochter Maria geboren. Und das unter spannenden und abenteuerlichen Umständen. Schuld daran war der Orkan „Quimburga“. Morgens um 7.30 Uhr klingelte auf der Arbeitsstätte von Hubert Theilmann in der damaligen Bäckerei Schmidt am Kirchplatz das Telefon. „Es ist soweit“, teilte die hochschwangere Ehefrau Maria mit. Schnell fuhr der Ehemann nach Hause, dann mit dem Ford Taunus zur Hebamme in Richtung Garrel. „Es war erst noch gar nicht so windig“, erinnert sich Maria. Doch das sollte sich schnell ändern. Bereits Anfang der Glaßdorfer Straße lag eine großen Birkenkrone, die das Ehepaar mit dem Auto umfahren konnte. Unterwegs wurde es immer stürmischer, sogar Drähte von den Telegrafenmasten lagen auf dem Boden.
Glücklich in Garrel angekommen, kam hier das nächste Hindernis: Die Hebamme wurde nicht angetroffen, sie war im Einsatz. „Wir haben uns dann entschlossen, zum Krankenhaus nach Cloppenburg zu fahren“, so Hubert Theilmann. Weit kamen sie zunächst nicht. In Falkenberg lag eine große Eiche auf der Fahrbahn, hier war keine Weiterfahrt in Richtung Varrelbusch mehr möglich. Ein Landwirt half ihnen weiter und beschrieb ihnen einen Schleichweg zur B 72 nach Varrelbusch. „Bis Varrelbusch haben wir es dann auch geschafft, doch dann war Schluss“, sagt Hubert Theilmann. Die Bäume fielen, eine Weiterfahrt auch über den Grünstreifen war nicht möglich. Arbeiter waren dabei, die umgestürzten Bäume auf der Fahrbahn zu zersägen. Denen schildete Theilmann die Situation und bat um Hilfe. Handys gab es damals noch nicht, doch die Arbeiter waren mit einem Funkgerät ausgerüstet. Sie riefen einen Krankenwagen, der auf Umwegen schließlich Varrelbusch erreichte. „Es war sehr kalt, ich hatte nur meinen Bäckerkittel an. Ein Niederländer half mit einem Ledermantel aus“, so Theilmann. Auf der Trage erreichte Maria Theilmann über einen Baumparcours den Krankenwagen. Eine halbe Stunde nach Ankunft im Krankenhaus kam die gesunde Tochter Maria zur Welt. Für Hubert Theilmann ging es dann auf „Irrwegen“ zurück nach Bösel in die Backstube.
