Die Belastung durch das Abpumpen der Talsperre sei beherrschbar. Auch für die Friesoyther Innenstadt gebe es keine Probleme.
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Von Carsten Bickschlag
Frage:
Herr Germann, in dieser Woche ist wieder damit begonnen worden, das Wasser der Talsperre abzulassen. Hält die Soeste den Wassermassen eigentlich stand?
Germann:
Es sollen vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgegeben werden. Das kann die Soeste ab und ist auch für die Friesoyther Innenstadt kein Problem.
Frage:
Während der Reparaturarbeiten ist aber mit einer größeren Menge zu rechnen.
Germann:
Richtig. Dann sollen es 5,4 Kubikmeter pro Sekunde sein. Das kann die Soeste nicht ohne weiteres verkraften. Dann ist nicht auszuschließen, dass das Wasser auch mal über die Ufer geht.
Frage:
Müssen sich die Bürger in Thüle und Friesoythe daher Sorgen machen?
Germann:
Nein, eigentlich nicht. Denn die Belastung ist ja kein Dauerzustand und beherrschbar. Die Wassermassen werden auch weiterhin reguliert. Auch wenn die Talsperre zurzeit nur bedingt funktionsfähig ist, so ist dennoch Hochwasserschutz gegeben – wenn auch eingeschränkt. In Friesoythe selber sorgen wir für Entlastung, indem das ankommende Wasser zum Teil von der Soeste in den Friesoyther Kanal und dann in den Küstenkanal abgeleitet wird.
Frage:
Was passiert, wenn es zu dauerhaften starken Regenfällen kommt?
Germann:
Auch in diesem Fall greift die Talsperre regulierend ein und gibt nicht mehr als 5,4 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. Aber natürlich werden wir jeden Regenguss anhand eines höheren Wasserpegels merken.
Frage:
Hätte die Situation an der Thülsfelder Talsperre – so wie sie jetzt ist – vermieden werden können?
Germann:
An Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen. Der Schuldige wird früh genug zur Rechenschaft gezogen. Jetzt gilt es, die Situation in den Griff zu bekommen. Und da habe ich volles Vertrauen in die Leute vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das Problem ist erkannt, an Lösungen wird gearbeitet.