Hockensberg - Bei der Beratung des Haushaltes 2019 der Gemeinde Dötlingen ist das geplante Gewerbe- und Industriegebiet Hockensberg der Schlusspunkt gewesen – und zugleich der größte Batzen. Ausschussvorsitzender Claus Plate (FDP) meinte dazu: „Darauf haben die meisten von uns am heutigen Abend gewartet.“ Bauamtsleiter Uwe Kläner stellte die neuen Zahlen vor, wobei noch nicht alles klar ist. Die Gesamtkosten werden aktuell mit insgesamt 10,5 Millionen Euro angegeben. Abzüglich der Zuschüsse (insbesondere 3,99 Millionen Euro der N-Bank) bliebe ein Gesamtrest von 6,32 Mio. Euro. Den teilen sich bei dem interkommunalem Gewerbegebiet die drei Gemeinden prozentual. Der Anteil der Gemeinde Prinzhöfte beträgt 948 000 Euro (15 Prozent), der Stadt Wildeshausen 2,528 Mio. Euro (40 Prozent) und der Gemeinde Dötlingen 2,844 Mio. Euro (45 Prozent).
Gerechnet wird mit einer Verkaufsfläche von 22 bis 23 Hektar. Bei einem Ansatz von 22 Hektar ergeben sich beim derzeit angesetzten Verkaufspreis von 25 €Euro pro Quadratmeter 5,55 Mio. Euro Einnahmen. Die Kostendeckung wäre bei einem Preis von 28,75 Euro pro Quadratmeter zu erreichen. Empfohlen und als realistisch bezeichnet wird ein Preis von 30 Euro. Bei Gewerbegrundstücken läge er niedriger, bei Industriegelände höher, hieß es.
Erschließung ab Herbst
Bei der Abstimmung über das Gewerbegebiet als Wirtschaftsförderung enthielten sich Gabriele Roggenthien von den Grünen sowie der Liberale Claus Plate. CDU und SPD sorgten mit drei Ja-Stimmen für die Annahme der Vorlage. Das Zahlenwerk erhält einen Sperrvermerk und den Hinweis, dass noch keine endgültigen Zahlen vorliegen.
Für erste Erschließungsarbeiten wurde der Herbst 2019 als Termin genannt. Eventuell lassen sich noch einige Ansätze in 2020 verschieben, um den Haushalt 2019 zu entlasten.
Zu den einzelnen Posten: Für die Baukosten sind 2,409 Mio. Euro veranschlagt. Darauf entfallen 440 097 Euro auf den Regenwasserkanal (Variante 2), 367 494 Euro auf den Schmutzwasserkanal und 728 637 Euro auf eine Druckrohrleitung nach Wildeshausen. Zwei Regenrückhaltebecken schlagen mit 683 000 Euro zu Buche, zwei Pumpwerke mit 190 400 Euro.
Unter dem Stichwort Verkehr finden sich ein Knotenpunkt Brakland-B213 (Variante 2) mit 676 717 Euro, die Straße Gemeinde-Brakland (368 905 Euro), die Planstraße A+B (838 295 Euro), ein weiterer Knoten K237-B231 (Variante 2) mit 204 965 Euro und die Kreisstraße (K 237) mit Radweg für 781 711 Euro. In der Summe sind das 2,869 Mio. Euro.
Zu diesen 781 711 Euro für die Straße und den Radweg an der Kreisstraße 236 kämen noch Planungskosten von 79 657 Euro hinzu: Das macht unterm Strich dann 861 368 Euro. Davon gehen noch 60 Prozent an Fördermitteln ab, so dass 344 574 Euro blieben. Diesen Rest hätten sich Gemeinde und Landkreis mit 172 273 Euro zur Hälfte zu teilen. Dazu kommt noch eine Variantenuntersuchung K236 von 10 000 Euro, die den Anteil des Kreises auf 187 273 Euro erhöhen würde.
Planungskosten
Planungskosten entstehen insgesamt 537 862 Euro sowie sonstige Planungskosten für Untersuchungen/Gutachten in Höhe von 70 000 Euro.
Neben den Vorlaufkosten für einen Rechtsanwalt (20 000 Euro) werden für die Bauleitplanung 106 603 Euro sowie für den Grunderwerb (mit der eingerechneten Gemeindefläche) rund 3,657 Mio. Euro veranschlagt. Hinzu kommen für die Vermessung und Zerlegung 32 854 Euro. Für Ausgleichsmaßnahmen und Kompensation wird ein Ansatz von 800 000 Euro eingestellt, obwohl es hier noch viele Unbekannte gibt.
Eine Förderung durch die N-Bank für Baukosten, Vermessung und Ausgleichsmaßnahmen sei vorsichtig auf 3.990.204 Euro gerechnet, hieß es (Ansatz 60 Prozent, eventuell 75 Prozent).
Zur Finanzierung gehören ferner ein Anteil der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) und des Zweckverbandes Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) in Sachen Haltestellen sowie ein Haltestellenkonzept mit 6212 Euro. Der Anteil des Landkreises beläuft sich auf 5000 Euro (Vorlaufkosten).
