Hockensberg/Wildeshausen - Der Zeitplan für das geplante interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet „Wildeshausen-Nord“ in Hockensberg ist gehörig ins Wanken geraten. Das hat vor allem zwei Gründe: Es kommt zu Verzögerungen beim Bebauungsplan Nr. 55 der Gemeinde Dötlingen und dem Schallschutzgutachten. Weiteres großes Thema ist die Buchenallee an der Kreisstraße 237 („Iserloyer Straße“).

Hier hat der Kreis Sand ins „Getriebe“ gestreut: Nach einem Ortstermin im vergangenen Dezember sprach sich der Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Kreises dafür aus, die Baumreihe zu erhalten. Damit griff er auch die Kritik von Naturschützern auf, die die zunächst anvisierte Fällung einer Baumreihe abgelehnt hatten. Die marode Kreisstraße muss saniert werden und ist zudem als Zufahrt zum Gewerbegebiet geplant.

Das Büro Ingenieur-Dienst-Nord (IDN) aus Oyten wurde von der Gemeinde Dötlingen mit der Verkehrsplanung beauftragt – unter Beachtung des vorhandenen Baumbestandes. IDN hat zehn Varianten erstellt. Diverse Planmodelle wurden schon einmal aussortiert, weil sie Nachteile mit sich bringen oder mit dem Straßenbaurecht nicht in Einklang zu bringen sind. Durchgefallen ist beispielsweise der Bau einer neuen Straße quer durch den Gewerbe- und Industriepark (Variante 5). Der Flächenverlust wäre zu groß; zudem wären mehrere Zufahrten zur neuen K 237 erforderlich. Es verbleiben damit drei Varianten: Variante 1a: Der Rückbau der alten Iserloyer Straße, der als baumphysiologisch „sehr heikel“ gilt. Die Maßnahme wäre laut Verwaltung „enorm kostspielig“, der Erfolg nicht gewährleistet. Variante 6a: Der Radweg würde nördlich der Fahrbahn angelegt. Die geplante Ampel sollte im Zuge der B 213 nördlich der Einmündung der K 237 liegen. Variante 2: Diese Variante wurde zunächst abgelehnt, weil die gesamte südliche Reihe (44 Bäume) gefällt werden müsste. Baumgutachter Helmut Titschack (Hude) sei jedoch der Ansicht, dass die Schaffung einer neuen, gesunden Baumreihe unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit überlegenswert sei.

Die Mehrkosten der Variante 1a (VU) im Vergleich zu Variante 2 betragen 460 000 Euro, die Mehrkosten der Variante 6a im Vergleich zu Variante 2 rund 400 000 Euro. Offen ist, wer die Mehrkosten übernimmt. Der Lenkungsausschuss des Gewerbeparks – bestehend aus den Gemeinden Dötlingen und Prinzhöfte und der Stadt Wildeshausen – geht davon aus, dass die vorgenannten Mehrkosten vom Landkreis zu tragen sind. Auch darüber wird der Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Kreises beraten, wenn er sich an diesem Dienstag ab 17 Uhr im Kreishaus mit dem Thema befasst.