Hude - Hans Buss wohnt vis-a-vis der Baustelle auf dem Bahnhofsvorplatz. Neben seiner Loggia schwebt das Vibrationsgerät, mit dem die Spundwandbohlen zur Sicherung der Baugrube in den Boden gebracht werden. Als das Spundwandteil die Erde berührt, beginnt bei Buss der Boden zu zittern. Im Display eines kleinen grauen Kastens, der auf den Fliesen in der Küchenzeile steht, tut sich etwas. Das Messgerät zeichnet die Schwinggeschwindigkeit auf, mit der sich das Einvibrieren der Spundwand aufs benachbarte Wohn- und Geschäftshaus überträgt.
Dr. Jan Lottmann, Ingenieur im Fachbüro BGU aus Hannover, begutachtet die Werte, denen die DIN 4150 zugrunde liegt. „Die bisher gemessenen Erschütterungen bewegen sich in einem Bereich, in dem das Gebäude aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Schaden nimmt. Es wurden keine Grenzwerte überschritten“, sagt Lottmann, der von der Gemeindeverwaltung gebeten wurde, am Mittwoch vor Ort mit den Nachbarn zu sprechen.
Vier Messgeräte im Haus
Wäre das der Fall gewesen, hätte Lottmann umgehend eine SMS auf sein Handy bekommen. Er hat insgesamt vier Messgeräte im Haus „Auf der Nordheide 4“ aufgestellt – in der Wohnung von Hans Buss, in der Augenarztpraxis von Carola und Rasmus Thurow, im Fotostudio Fokura und im Treppenhaus. Einmal am Tag werden die Daten per E-Mail ans Büro nach Hannover übermittelt. Wird ein „Alarmwert“, der noch unterhalb der Norm liegt, erreicht, wird Lottmann informiert.
Der Experte räumt ein, dass das, was augenblicklich vor den Türen und Fenstern der Geschäfts- und Wohnungseigentümer geschieht, „Ausnahmezustand“ ist. Eine Gefahr fürs Gebäude bestehe jedoch nicht.
Die DIN enthält auch Vorgaben für die Auswirkungen von Erschütterungen auf Menschen – doch die greifen hier nicht, weil der Spuk schon Ende der Woche vorbei sein soll. Bis dahin zittern in den Wohnungen weiter die Wände, wenn ein Spundwandelement ins Erdreich eindringt. „Der Lärm und die Erschütterungen sind unerträglich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm werden würde“, sagt Hans Buss. „Es klappert alles, bei uns ist eine kleine Vase vom Tisch gekippt, und es sind CDs aus dem Regal gefallen“, berichtet Gerd Baumgärtner, dessen Wohnung auf der selben Etage wie die Augenarztpraxis Thurow liegt. „Wenn das Vibrieren einsetzt, ist an ein normales Arbeiten nicht zu denken“, sagt Dr. Carola Thurow. „Wir mussten unsere Geräte festhalten.“ Sie hat sich dazu entschlossen, die Praxis an diesem Donnerstag und Freitag zu schließen. In dringenden Fällen werden Patienten darum gebeten, den augenärztlichen Notdienst aufzusuchen. Unter
Größerer Vibrator
Nächsten Montag wird in der Augenarztpraxis Thurow voraussichtlich wieder die normale Sprechstunde stattfinden. Wenn die Spundwände – wie vorgesehen – gesetzt sind. Die Arbeiten bereiten den Abriss der alten Rampe, die zum Bahnhofstunnel führt, vor.
Am Mittwoch ging es auf der Baustelle wieder schneller voran, nachdem die Spezialtiefbau-Firma noch am Dienstag auf Schwierigkeiten gestoßen war. Die Bohlen ließen sich mit dem bisher verwendeten Vibrator nicht so tief wie nötig in die Erde bringen. Daher hat die Firma ein größeres und leistungsstärkeres Gerät geordert, das nun noch schneller vibriert und die Bohlen mit noch mehr Gewicht in den Boden drückt.
Hude - Hans Buss wohnt vis-a-vis der Baustelle auf dem Bahnhofsvorplatz in Hude (Kreis Oldenburg). Neben seiner Loggia schwebt das Vibrationsgerät, mit dem die Spundwandbohlen zur Sicherung der Baugrube in den Boden gebracht werden. Als das Spundwandteil die Erde berührt, beginnt bei Buss der Boden zu zittern. Im Display eines kleinen grauen Kastens, der auf den Fliesen in der Küchenzeile steht, tut sich etwas. Das Messgerät zeichnet die Schwinggeschwindigkeit auf, mit der sich das Einvibrieren der Spundwand aufs benachbarte Wohn- und Geschäftshaus überträgt.
Dr. Jan Lottmann, Ingenieur im Fachbüro BGU aus Hannover, begutachtet die Werte, denen die DIN 4150 zugrunde liegt. „Die bisher gemessenen Erschütterungen bewegen sich in einem Bereich, in dem das Gebäude aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Schaden nimmt. Es wurden keine Grenzwerte überschritten“, sagt Lottmann, der von der Gemeindeverwaltung gebeten wurde, am Mittwoch vor Ort mit den Nachbarn zu sprechen.
Vier Messgeräte im Haus
Wäre das der Fall gewesen, hätte Lottmann umgehend eine SMS auf sein Handy bekommen. Er hat insgesamt vier Messgeräte im Haus „Auf der Nordheide 4“ aufgestellt – in der Wohnung von Hans Buss, in der Augenarztpraxis von Carola und Rasmus Thurow, im Fotostudio Fokura und im Treppenhaus. Einmal am Tag werden die Daten per E-Mail ans Büro nach Hannover übermittelt. Wird ein „Alarmwert“, der noch unterhalb der Norm liegt, erreicht, wird Lottmann informiert.
Der Experte räumt ein, dass das, was augenblicklich vor den Türen und Fenstern der Geschäfts- und Wohnungseigentümer geschieht, „Ausnahmezustand“ ist. Eine Gefahr fürs Gebäude bestehe jedoch nicht.
Die DIN enthält auch Vorgaben für die Auswirkungen von Erschütterungen auf Menschen – doch die greifen hier nicht, weil der Spuk schon Ende der Woche vorbei sein soll. Bis dahin zittern in den Wohnungen weiter die Wände, wenn ein Spundwandelement ins Erdreich eindringt. „Der Lärm und die Erschütterungen sind unerträglich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schlimm werden würde“, sagt Hans Buss. „Es klappert alles, bei uns ist eine kleine Vase vom Tisch gekippt, und es sind CDs aus dem Regal gefallen“, berichtet Gerd Baumgärtner, dessen Wohnung auf der selben Etage wie die Augenarztpraxis Thurow liegt. „Wenn das Vibrieren einsetzt, ist an ein normales Arbeiten nicht zu denken“, sagt Dr. Carola Thurow. „Wir mussten unsere Geräte festhalten.“ Sie hat sich dazu entschlossen, die Praxis an diesem Donnerstag und Freitag zu schließen. In dringenden Fällen werden Patienten darum gebeten, den augenärztlichen Notdienst aufzusuchen. Unter
Größerer Vibrator
Nächsten Montag wird in der Augenarztpraxis Thurow voraussichtlich wieder die normale Sprechstunde stattfinden. Wenn die Spundwände – wie vorgesehen – gesetzt sind. Die Arbeiten bereiten den Abriss der alten Rampe, die zum Bahnhofstunnel führt, vor.
Am Mittwoch ging es auf der Baustelle wieder schneller voran, nachdem die Spezialtiefbau-Firma noch am Dienstag auf Schwierigkeiten gestoßen war. Die Bohlen ließen sich mit dem bisher verwendeten Vibrator nicht so tief wie nötig in die Erde bringen. Daher hat die Firma ein größeres und leistungsstärkeres Gerät geordert, das nun noch schneller vibriert und die Bohlen mit noch mehr Gewicht in den Boden drückt.
