HOFFE - Neben den Sorgen, dass es zu Lärm- und Geruchsbelästigungen kommen könnte, ist der Zustand der Wirtschaftswege der größte Streitpunkt bei der geplanten Errichtung einer Biogasanlage in Hoffe. Das zeigte sich in einer Bürgerversammlung, zu der die Stadt Nordenham die Anlieger eingeladen hatte. Die Anwohner befürchten, dass es durch schwere Transportfahrzeuge an den Wegen zu Schäden kommt, die später auf ihre Kosten beseitigt werden müssen. Dem Dezernenten für Stadt- und Wirtschaftsentwicklung, Peter Kania, gelang es nicht, die Bedenken der Grundeigentümer in Nachbarschaft des geplanten Standortes der Biogasanlage auszuräumen.
Die Produktionsstätte möchte der Landwirt Andreas Speckels-Suhren auf einer Grünfläche westlich von Hoffe errichten. Mit der Biogasanlage soll die neue Wesermarsch-Klinik versorgt werden, die die Rhön AG auf der gegenüberliegenden Seite der Alten Heerstraße bauen will (dieNWZ
berichtete).Noch Klärungsbedarf
Für die Verkehrsanbindung der Biogasanlage ist eine Zuwegung vorgesehen, die von der Alten Heerstraße zu dem Betriebsgelände führt. Bezüglich dieser Variante hat die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg allerdings noch Klärungsbedarf.
Die Oldenburger Behörde sieht einen Konflikt mit dem Niedersächsischen Straßengesetz. Dieses bislang ungelöste Problem hat dazu geführt, dass der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am Mittwochabend das Bebauungsplanverfahren nicht wie beabsichtigt vorantreiben konnte. Laut Peter Kania ist es zunächst erforderlich, die Zuwegung zur Biogasanlage mit dem genauen Verlauf der Zufahrt zum neuen Krankenhaus abzustimmen.
Nach Auffassung des Dezernenten ist durch die geplante Anbindung an die Alte Heerstraße gewährleistet, dass es auf den Wirtschaftswegen im Bereich der Biogasanlage zu keiner erhöhten Verkehrsbelastung kommt. Die Anlieger vom Esenshammer Berg und vom Okenser Weg sind jedoch der Meinung, dass auf den Grünflächen zusätzliche Grasernten stattfinden werden, die mit zusätzlichen Transporten verbunden sind.
Die Diskussion in Hoffe will der Stadtrat zum Anlass nehmen, das schon lange geforderte Generalkonzept für die Unterhaltung und Sanierung von Wirtschaftswegen auszuarbeiten. „Das lässt sich aber nicht kurzfristig machen“, warnte Bürgermeister Hans Francksen vor überzogenen Erwartungen.
Keine Geruchsprobleme
Bezüglich der befürchteten Geruchsbelästigungen durch die Biogasanlage verwies Peter Kania auf die Einhaltung der Mindestabstände von 300 Metern zur Wohnbebauung in Hoffe. Nach seinen Angaben sind keinerlei Beeinträchtigungen durch Gerüche zu erwarten. Auch Lärmprobleme werde es nicht geben. Der Betreiber der Produktionsstätte müsse die Vorgaben erfüllen, die für Dorf- und Mischgebiete gelten.
Eine Rückbauverpflichtung besteht für die Biogasanlage, in der ausschließlich nachwachsende Rohstoffe wie Gras und Mais verwertet werden sollen, grundsätzlich nicht. Peter Kania deutete aber an, dass dazu eine zusätzliche Vertragsklausel aufgenommen werden könnte.
Sobald mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie mit dem Landkreis Wesermarsch die strittigen Fragen zur Verkehrsanbindung an die Alte Heerstraße geklärt sind, befasst sich der Bauausschuss erneut mit der Angelegenheit.
