Friesoythe - 2,4 Millionen Euro. Um diese stattliche Summe wollen sich die Städte Cloppenburg und Friesoythe sowie die Gemeinden Bösel, Cappeln, Emstek, Garrel, Molbergen und Saterland geschlossen als Region „Soesteniederung“ bewerben. Und zwar beim EU-Programm „Leader“. Die Europäische Union stellt von 2014 bis 2020 in diesem Rahmen Fördermittel für ländliche Regionen zur Verfügung. Für das Land Niedersachsen stehen insgesamt 95 Millionen Euro bereit. Und von diesem Kuchen möchte die Region „Soesteniederung“ ein Stück – 2,4 Millionen Euro.
Dafür muss sich die Gemeinschaft beim Land Niedersachsen mit einem „Regionalen Entwicklungskonzept“ bewerben. Was alles zu dieser Bewerbung gehört, stellten Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg, Cappelns Bürgermeister Marcus Brinkmann, Projektleiter Roland Stahn vom Dienstleister Grontmij GmbH sowie Carsten Fischer vom Amt für regionale Landentwicklung am Dienstag im Friesoyther Rathaus vor.
Zunächst geht es um die Erstellung eines Konzeptes und die Ausarbeitung von Zielen und Maßnahmen, welche dann im anschließenden Regionalmanagement umgesetzt werden. Themen wie regionale Wirtschaftsentwicklung, demografische Entwicklung sowie Klima- und Umweltschutz sind dabei Vorgaben des Landes, die zum Konzept gehören müssen. Ansonsten gibt es kaum Grenzen für Visionen. „Wichtig ist, dass die Projekte regionale Wirkung haben, die Region als Ganzes voranbringen“, sagte Stahn. Und Brinkmann ergänzte: „Es geht nicht um Kirchturmdenken, sondern um gemeinschaftliche Projekte.“
Ein wichtiger Aspekt einer erfolgreichen Bewerbung ist zudem die Bürgerbeteiligung. „Die ganze Bevölkerung soll mitgenommen werden“, sagte Fischer. Dazu soll eine lokale Aktionsgruppe gebildet werden, die zur Hälfte aus Vertretern der beteiligten Kommunen und zur Hälfte aus Wirtschafts- und Sozialpartnern bestehen wird. Derzeit werden mögliche Mitglieder angesprochen. Die Liste reicht von Institutionen wie die Wasseracht über Kirchen und Vereine, örtliche Betriebe, Kreislandvolk und Umweltverbände bis hin zu Gleichstellungsbeauftragten und Jugendvertreter. Der Arbeitskreis soll aus maximal 25 Personen bestehen. Dieser wird später über die einzelnen Projekte entscheiden. Darüber hinaus sollen alle Bürger der Region Vorschläge für Projekte machen dürfen. „Je innovativer, je besser“, sagte Stahn. Zwei Zukunftskonferenzen wird es dazu im Oktober geben. Zudem ist auch eine Online-Bürgerbeteiligung möglich (siehe Infokasten).
„Letztlich wird entscheidend sein, dass wir die Jury mit innovativen Ideen und der aktiven Einbindung der Menschen vor Ort von der Qualität unseres Konzeptes überzeugen“, sagte Wimberg. Man gehe optimistisch an die Sache heran.
Die Bewerbung muss im Januar 2015 beim Land Niedersachsen vorliegen. Im Mai wird dann bekannt gegeben, ob die Region Soesteniederung berücksichtigt wird. Bei positivem Ausgang dürfte die Region selbst über die 2,4 Millionen Euro verfügen und selbst entscheiden, welche Projekte umgesetzt und mit welcher Summe gefördert werden. Als Leader-Region hat die Gemeinschaft zudem gute Chancen, auch auf andere Fördertöpfe der EU zugreifen zu können.
