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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Kaiser’s Tengelmann: Hoffen und Bangen bei Betriebsversammlung

07.10.2016

Mülheim /Ruhr Mehr als 15.000 Kaiser’s Tengelmann-Beschäftigte zwischen Hoffen und Bangen: Kurz vor Ablauf der von Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub gesetzten Frist für den Streit um die Zukunft der Supermarktkette ist am Donnerstag noch einmal Bewegung in die Auseinandersetzung gekommen. Ob es gelingen kann, die drohende Zerschlagung abzuwenden, blieb zunächst aber unklar. Solange miteinander gesprochen werde, gebe es Hoffnung auf eine tragfähige Lösung, zeigte sich der Berliner Betriebsratsvorsitzende von Kaiser`s Tengelmann, Volker Bohne, bei einer Betriebsversammlung überzeugt.

Vor zwei Jahren, am 7. Oktober 2014, hatte der Handelskonzern Tengelmann den Verkauf der damals noch 450 Filialen an den Konkurrenten Edeka bekanntgegeben. Was dann folgte, war nach den Worten von Kaiser“s Tengelmann-Betriebsrat Peter Kohne ein „Wechselbad der Gefühle“. Hilflos mussten die Beschäftigten einen nicht enden wollenden Streit um die Zukunft der Supermarktkette verfolgen, der bis heute nicht beigelegt ist.

Branchenprimus Edeka will Kaiser’s Tengelmann komplett übernehmen und hatte nach einem Verbot durch das Bundeskartellamt eine Ministererlaubnis dafür erhalten. Konkurrenten um Rewe, Norma und Markant klagten und das OLG Düsseldorf legte die Genehmigung auf Eis. Vor zwei Wochen hatte Tengelmann-Eigentümer Haub der Supermarktkette schließlich noch eine letzte Gnadenrist bis zu diesem Freitag eingeräumt.

Kaiser`s Tengelmann-Manager Raimund Luig zeichnete die aktuelle Lage der Supermarktkette erneut in düsteren Farben: Enorme Verluste und weiter sinkende Umsätze machten der Supermarktkette zu schaffen. Hintergrund sei der immer schärfere Wettbewerb vor allem mit den Discountern. „Die zweijährige Hängepartie muss ein Ende haben“, forderte der Manager. Bei einer Betriebsversammlung vor den Beschäftigten des Bezirks Nordrhein wies Luig darauf hin, dass die vorwiegend in Nordrhein-Westfalen gelegenen Filialen von einer möglichen Zerschlagung besonders betroffen sein könnten.

Unterdessen gibt es noch Hoffnung. So wertete der Vorsitzende des Betriebsrats der Kaiser’s Tengelmann Region Nordrhein, Rainer Schroers, das anhaltende Schweigen als positives Zeichen. „Ich habe noch nie erlebt, dass so etwas so konsequent eingehalten wurde“, meinte er. Auch der Tengelmann-Eigentümer selbst stehe vor einer schwierigen Entscheidung: „Ich glaube nicht, dass ihm das leicht fällt“, so der Betriebsrat.

Eine langjährige Kaiser“s Tengelmann-Mitarbeiterin berichtet unterdessen von einer anhaltenden Unterstützung auch durch viele Kunden. „Vor allem ältere Leute würden den Supermarkt vermissen. Die wollen keinen Discounter“, sagte die 54-Jährige, die bereits seit etwa 20 Jahren im Betrieb ist. „Ich habe mich bei Kaiser`s Tengelmann immer wohl gefühlt“, berichtete sie.

Für die Gewerkschaft Verdi schlägt Sabine Busch dagegen kämpferische Töne an. „Es braucht kein Wunder, sondern eine Entschlossenheit zur Einigung und ein Herz für die fast 16 000 Beschäftigten“, sagte sie. Vor einer möglichen Lösung für Kaiser`s Tengelmann müssen die Beteiligten jedoch noch komplizierte Probleme aus dem Weg räumen.

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Um die von der Gewerkschaft Verdi favorisierte Komplettübernahme doch noch zu ermöglichen, müsste nicht nur der Konkurrent Rewe seine Beschwerde gegen die Ministererlaubnis zur Übernahme von Kaiser“s Tengelmann durch Edeka zurückziehen, sondern auch die Wettbewerber Markant und Norma. Als Reaktion auf die Beschwerden hatten die Richter das Vorhaben vorläufig gestoppt.

Kommt keine Lösung zustande, will Tengelmann-Eigentümer Haub angesichts der Verluste sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Tausende Arbeitsplätze wären dann bedroht, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Dort könnte es zur Schließung vieler Filialen kommen, für die sich kein Käufer findet.

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