Schortens - Die drei Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt Schortens blicken auf ein ereignisreiches Jahr mit einer hohen Einsatzdichte zurück. Insgesamt mussten die Aktiven zu 172 Einsätzen ausrücken, das ist gegenüber 2014 eine Steigerung um 16 Prozent.
„Vor allem die Türöffnungen und die Tragehilfen haben stark zugenommen“, berichteten Schortens’ Stadtbrandmeister Egon Onken und sein Stellvertreter Timm Harms auf der gutbesuchten Jahreshauptversammlung der drei Wehren am Freitagabend. „Wir haben zwar bisher noch jede Tür aufbekommen, aber das Öffnen kostet uns wertvolle Zeit und kann großen Schaden an der Tür anrichten“, sagte Onken. Deswegen appellierte er vor allem an ältere Menschen einen Zweitschlüssel zu Haus oder Wohnung bei Verwandten oder Nachbarn zu deponieren.
Selbst im noch jungen Jahr 2016 wurden die Feuerwehrleute in Schortens laut Onken bis jetzt bereits zu drei Türöffnungen gerufen. „Bei zweien kam leider jede Hilfe zu spät“, sagte er. Er lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit den Rettungskräften und bedankte sich bei den Mitarbeitern der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) Jever, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Technischen Hilfswerk (THW), der Polizei, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und den Notfallseelsorgern, den Funktionsträgern der Feuerwehr auf Kreisebene und in den Nachbarkommunen sowie der Stadtverwaltung und den Notfallseelsorgern.
Brände und Unfälle
Unter anderem rückten die Aktiven neben mehreren Gebäudebränden und Verkehrsunfällen aus wegen einer Suizidandrohung mit erfolgtem Suizid, sie kamen einer Person zu Hilfe, die unter einem Baum eingeklemmt war, halfen beim Löschen des Brandes in der Flüchtlingsunterkunft in Jever, löschten Schwel-, Waschmaschinen-, Container- und Heckenbrände. Die Ortswehr Schortens übernahm den Brandschutz der Stadt Wilhelmshaven, weil alle die gesamte Stadtfeuerwehr beim Großbrand Jadestahl eingebunden war (die berichtete).
All’ diese und noch viel mehr Einsätze bewältigen insgesamt 128 Aktive in der Einsatzabteilung. „Zurzeit haben wir in allen drei Ortswehren keine bedenklichen Personalprobleme, allerdings haben wir tagsüber teils Schwierigkeiten mit der Personalstärke, da viele Kameraden auswärts arbeiten“, sagte Onken.
Ein Betrieb, bei dem von zehn Mitarbeitern drei bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sind und regelmäßig für Einsätze freigestellt werden, wurde im Zuge der Versammlung als besonders feuerwehrfreundlich ausgezeichnet: die Schuster Recycling GmbH und Co. KG. Zudem unterstützt das Unternehmen die Feuerwehren auch seit Jahren finanziell. Claus Schuster nahm die Auszeichnung von Schortens’ Ortsbrandmeister Ralf Schmittmann, Stadtbrandmeister Egon Onken und Bürgermeister Gerhard Böhling entgegen.
Neuer Stadtjugendwart
Schortens’ stellv. Stadtbrandmeister Timm Harms appellierte an die Aktiven regelmäßig zur Untersuchung zu gehen, da regelmäßig eine „ärztliche Feuerwehrtauglichkeit“ nachgewiesen werden muss. „Einige müssen diese Untersuchung unbedingt noch machen, sie sind nämlich nicht mehr atemgerätetauglich“, sagte er.
Für Stadtjugendwart Ingo Carstens war dies die letzte Versammlung im Amt, er übergab an Sören Ideus.
