Oldenburg - Fünf 31,50 Meter hohe Schornsteine sind es, die derzeit im Viertel hinter dem PFL für Aufregung sorgen. Das Evangelische Krankenhaus hat im Zuge der Klinik-Sanierung die Technikzentrale verlegt: von dem Areal neben der Notaufnahme an der Auguststraße an den Steinweg neben den Haupteingang.
Verlegt wurden die Elektro-Hauptverteilung, die Heizungsanlage und das Notstromaggregat, da an der Auguststraße im Sommer die neue Notaufnahme und der moderne OP-Trakt gebaut werden. Zwei der Schornsteine werden für die Warmwasseraufbereitung und Heizung genutzt, zwei weitere für Blockheizkraftwerke.
So will man den Forderungen des Wärmeschutzes Rechnung tragen und auch mehr Energie alternativ erzeugen. Der fünfte Schornstein würde ausschließlich bei einem Stromausfall zum Einsatz kommen – und zwar als eine Art Auspuff für einen Schiffsdiesel, der als Notstromaggregat eingesetzt wird.
Für den Kaufmännischen Vorstand des Krankenhauses, Armin Sülberg, ist mit dieser Konstruktion ein „neues Energiezeitalter“ für das Evangelische angebrochen, für viele Anwohner eine „städtebauliche Katastrophe“. Eine Nachbarin empfindet es als empörend, dass neben stuckverzierten Häusern gigantische Rohre installiert werden dürfen, die an Industrieanlagen erinnern.
„Im Steinweg sieht man, wie diese mächtigen Rohre vollkommen unsensibel neben wunderschön restaurierten Altbauten gleich neben dem Eingang des Evangelischen Krankenhauses am falschen Platz stehen“, meint Volker Kuhnert vom Art Forum an der Katharinenstraße.
Zumindest bei den Nachbarn verpufft darüber jedwede Freude, dass das Krankenhaus laut Sülberg erheblich an Energie sparen und auch die Emissionen reduziert werden können.
