HOHENBöKEN - Der ganz große Ansturm von Badegästen blieb temperaturbedingt aus, als die Rettungsschwimmer von der DLRG-Ortsgruppe Ganderkesee am Sonntag bei 20 Grad Luft- und 18 Grad Wassertemperatur ihren Posten am Sielingsee bezogen. Wann immer das Thermometer am Wochenende die 20-Grad-Marke überschreitet und es nicht regnet, werden die 15 bis 20 Rettungsschwimmer ab sofort wieder umschichtig am See Dienst tun.

Die großen Katastrophen sind den Männern um den technischen Leiter der Ortsgruppe, Heiko Girke, am Sielingsee bislang erspart geblieben. „Unsere Hauptbeschäftigung beim Wachdienst ist Pflasterkleben“, berichtet Kristoff Braun, der wie mehrere Kollegen die Zusatzqualifikation zum Einsatztaucher besitzt. Andere sind als Bootsführer oder Sanitäter ausgebildet. „Aber wir sind froh, wenn nichts passiert“, schiebt Braun hinterher. „Unsere Anerkennung bekommen wir auch, wenn wir nur bei kleinen Blessuren helfen.“

Anerkennung ist der Lohn der DLRG-Mitglieder. Schließlich bekommen sie für ihre Wachdienste, Einsätze und das ständige Training keinen Cent. Im Gegenteil: Ihre Einsatzkleidung finanzieren sie privat. Hinzu kommt die Zeit, die sie im Dienste der Allgemeinheit aufwenden.

Dass das Wetter die Badenden nicht gerade in Scharen an den Hohenbökener See strömen ließ, störte die Männer nicht. Sie nutzten die weitgehend wachfreie Zeit für Rettungsübungen und Tauchtraining. Aber das, so räumt Girke ein, sei durchaus auch an Tagen mit Badebetrieb möglich. „Wir sprechen uns gut ab, dann können wir auch ins Wasser.“ An jedem Sonnabend ist die DLRG-Flagge, die die Anwesenheit der Rettungsschwimmer signalisiert, von 13 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr gehisst.