Hohenböken - Die ersten von insgesamt zwölf neuen Wohnungen im Gut Hohenböken, das derzeit aufwendig saniert wird, sind in Kürze bezugsfertig. Die Gemeinde Ganderkesee wird dort Geflüchtete und ihre Familien unterbringen. Alle zwölf Wohnungen sollen für diesen Zweck genutzt werden, teilte Gemeinde-Sprecher Hauke Gruhn auf Nachfrage mit.

Die Gemeinde beabsichtige, vor allem ihr bekannte Familien mit Fluchthintergrund in den neuen Wohnungen einzuquartieren, teilte Gruhn weiter mit. Der Status der Geflüchteten sei unterschiedlich. Über den genauen Zeitpunkt des Bezugs machte das Rathaus noch keine Angaben. Zuvor würden „noch zahlreiche Gespräche geführt“, auch mit Anwohnern, sagte Gruhn.

In der Hohenbökener Dorfgemeinschaft stößt das Vorgehen der Gemeinde nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. Bei der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Mitte März wurde die Frage aufgeworfen, ob eine so große Zahl von Geflüchteten problemlos zu integrieren wäre. „Der Bürgerverein versucht, das positiv zu begleiten“, sagte dessen Vorsitzender Hans-Joachim Wallenhorst auf Nachfrage der NWZ. Es gebe aber auch Sorgen, dass eine Überbelegung zu einer Ghettobildung führen könne. „Wir sind eine Dorfgemeinschaft und möchten, dass neu Hinzugezogene Hohenbökener werden“, betonte Wallenhorst. Am 12. April soll es ein Gespräch mit Vertretern von Kreis und Gemeinde geben.

Mieter der Wohnungen ist der Landkreis Oldenburg. „Es war von Anfang an geplant, dort Flüchtlinge unterzubringen“, erklärt dessen Sozialdezernent Bodo Bode. Das sei auch im Mietvertrag mit dem Eigentümer, der GbR Aschenbeck und Aschenbeck, festgelegt worden. Die Mietkonditionen seien „wie bei gefördertem Wohnraum“, so Bode. Die Auswahl der Mieter treffe die Gemeinde Ganderkesee.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)