HOHENBöKEN - Dr. Manfred Rosenberger schüttelte den Kopf. Er verstehe es nicht, „dass sich alles in Schweigen hüllt“, dass sich nicht einmal Umweltschutzverbände zu Wort melden. Was der Ex-Grünen-Ratsherr aus Bookholzberg meint: Im Bereich des Hohenbökener Moores, nach Einschätzung Rosenbergers ein Vogelbrutgebiet ersten Ranges, seien Windkraftanlagen beabsichtigt. Wenn die tatsächlich gebaut würden, seien Schäden für Landschaft und Natur die sichere Folge.
In der Tat gebe es Bestrebungen, im nordwestlichen Zipfel der Gemeinde Ganderkesee Windräder zu bauen, bestätigte Fachbereichsleiter Peter Meyer. Die Gemeinde wisse, dass Betreiberfirmen unterwegs gewesen seien, um mit Grundeigentümern Pachtverträge abzuschließen.
Zurzeit gebe es für diesen Bereich keine bauleitplanerischen Festsetzungen, die solche Anlagen erlauben würden. Aber: Vor etwa zweieinhalb Jahren habe die Gemeinde durch Standortuntersuchungen ermitteln lassen, welche Flächen sich für Windräder eignen würden. Dabei sei auch ein Areal am Sieling-see als geeignet eingestuft worden.
Der „alte“ Gemeinderat habe sich dann entschieden, Flächen im Bereich Sannauer Helmer für die Windkraftnutzung auszuweisen – nicht aber im Hohenbökener Moor. Die Gemeinde habe Hinweise, dass dieser Bereich für den Vogelschutz von herausragender Rolle sei. Diese Frage habe aber bei der Standortuntersuchung keine Rolle gespielt.
Rosenberger sagte, er sei, wenn das Wetter dies zulasse, an fast jedem Wochenende in dem Wiesenbereich. Große Flächen seien hier relativ unberührt. Mit Ausnahme des Badesee-Bereichs gebe es wenige Besucher. „Ganz gelegentlich sehe ich mal einen Jäger“.
Was hier allerdings zu sehen sei: „schon seltene“ Austernfischer zum Beispiel, ferner die auf der Roten Liste der bedrohten Tiere stehenden Uferschnepfen, oder auch Brachvögel. Letztere habe er Anfang Juni hier erstmals in größerer Menge beobachtet. Das Gebiet „ist ein einzigartiges Biotop, nicht mit der Sannauer Helmer vergleichbar“, ist Rosenberger überzeugt.
Falls die Windkraft komme, so seien die Beeinträchtigungen vielfältig. „In diesem Bereich wäre es ein erheblicher Eingriff, vielleicht zerstörend.“
