HOHENKIRCHEN - Gute Nachricht für Mederns: In diesem Jahr rollen keine Kleilaster mehr durch den Ort. „Durch das gute Wetter im Mai und Juni konnten wir den Kleiabbau in diesem Jahr früher beenden als geplant“, berichtete am Freitag Früsmer Ortgies, Vorsteher des III. Oldenburgischen Deichbands.
Bürgermeister Harald Hinrichs lobte die gute Zusammenarbeit von Deichband und Gemeinde beim Kleiabbau. 120 000 Kubikmeter Klei wurden in diesem Jahr in Hohenkirchen für die Deicherhöhung zwischen Carolinensiel und Schillig abgebaut. Rund zwei Millionen Euro standen 2007 für die Maßnahme zur Vergüfung. „Wir haben genau Halbzeit: Die Hälfte des Hohenkirchener Kleis ist abgebaut“, berichtete Ortgies.
Im nächsten Jahr werden dem künftigen Hohenkirchener See erneut 120 000 Kubikmeter Klei entnommen. Danach, so hoffen Deichband und Gemeinde Wangerland, geht auch die Ausschreibung für das zweite Kleiabbau-Paket reibungslos vonstatten, so dass spätestens 2010 die geplante Entnahme von insgesamt rund einer Million Kubikmetern Klei aus dem Hohenkirchener See abgeschlossen werden kann.
„Der Klei muss bis 2010 weg, weil 2011 dann die fertige Insel in die Vermarktung gehen soll“, erläuterte Erster Gemeinderat Manfred Meppen. Zuvor muss der 110 Hektar große See noch auf eine Tiefe von rund 2,5 Metern ausgebaggert werden.
Und noch ein Problem muss die Gemeinde lösen, bevor der See volllaufen kann: Zurzeit verläuft eine Hochspannungsleitung von 110 KV quer durch den künftigen See. Rund zwei Millionen Euro lässt sich die Gemeinde die Verlegung der Freileitung kosten, die 2008 vonstatten gehen soll.
Planfestgestellt ist bereits der Verlauf nördlich um den See herum, „eine bessere Lösung wäre für uns allerdings ein Erdkabel“, sagte Meppen. Zurzeit steht die Gemeinde darüber in Verhandlungen mit Eon-Netz. „Wir hoffen auf eine Einzelfallentscheidung“, sagte Meppen: Eon Netz lehne den Bau von Erdkabeln grundsätzlich ab.
Dafür, dass der enge Zeitplan einzuhalten ist und die Finanzierung des zweiten Abschnitts der Deicherhöhung schnell in trockene Tücher gebracht wird, sehen Gemeinde und Deichband positive Signale aus Hannover. „Dort ist klar, der Klei von Hohenkirchen muss schnell weg“, weiß Ortgies. Auch der neue Küstenschutzplan des Landes, der eine erhebliche Aufstockung der Mittel für den Deichbau von bisher rund 45 Millionen Euro im Jahr vorsieht, lasse die Chancen für Hohenkirchen steigen.
