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Haushalt Insel im Freizeitsee bleibt Sorgenkind

Melanie Hanz

HOHENKIRCHEN - Dank einer anziehenden Konjunktur und der Konsolidierungsmaßnahmen sieht der Haushaltsentwurf 2011 der Gemeinde Wangerland nicht ganz so düster aus wie im vergangenen Jahr. „Unsere Konsolidierung kommt zehn Jahre zu spät, aber sie greift“, sagte Klaus Lammers, Sprecher der Mehrheitsgruppe aus SPD, FDP und Grünen, nach der Haushaltsklausur.

2010 hatte das Minus in der Gemeindekasse zunächst 1,05 Millionen Euro betragen. Im Lauf des Jahres konnte es auf 348 319 Euro gesenkt werden, so dass das aufgelaufene Defizit „nur“ 8,99 Mio. Euro statt erwarteter 9,7 Mio. Euro betrug. Für 2011 rechnet die Gemeinde mit einem Minus von 380 900 Euro, das Defizit wird auf 9,37 Mio. Euro steigen (siehe Infokasten). „Großes Kompliment an die Verwaltung: Sie hat an allen Ecken und Enden gespart“, sagte Hugo Pannbacker (FDP).

Optimistisch stimmt die Mehrheitsgruppe die Entwicklung der Wangerland Touristik (WTG) und weiterer Gemeindetöchter: Die WTG schließt 2010 mit einem Plus von 300 000 Euro ab und wird auch 2011 kräftig Kredite tilgen (die

NWZ

  berichtete). Geplant ist, die langfristigen Schulden bis Jahresende auf 5,70 Mio. Euro zu senken. Die Gemeinde wird 2011 noch 250 000 Euro an die WTG zahlen, 2012 dann 200 000 Euro.

Bei den drei Tochter-Gesellschaften Gemeindewerke Wangerland, Verwaltungsgesellschaft Windenergie und Friesenenergie erwartet die Mehrheitsgruppe mittelfristig Einnahmen zum Ausgleich des Gemeindehaushalts. So berichtete Lammers, dass die drei Gesellschaften 2011 Personalkosten von 138 060 Euro an die Gemeinde erstatten.

Geplant ist zur Konsolidierung noch die Fusion der Bauhöfe Wangerland und Schortens sowie der Abschluss eines Zukunftsvertrags mit dem Land: Kann die Gemeinde Wangerland 2012 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, könnte sie eine Entschuldungshilfe von 75 Prozent erhalten.

Sorgenkind bleibt allerdings das Wangermeer: Da die Insel bisher nicht verkauft werden konnte, rutscht die Gemeinde bei der Fertigstellung des Sees ins Minus. Bisher konnten die Kosten aus dem Kleiverkauf für den Deichbau gedeckt werden.


Im Verwaltungshaushalt

stehen Einnahmen von 16,65 Millionen Euro Ausgaben von 26,02 Mio. Euro gegenüber. Das Minus erhöht sich um 380 900 Euro auf 9,37 Mio. Euro.

Der Vermögenshaushalt

ist mit Einnahmen und Ausgaben von 4,91 Mio. Euro ausgeglichen. Geplant sind Investitionen zur Sanierung des Künstlerhauses (60 000 Euro), Planungskosten zur Dorferneuerung Middoge (20 000 Euro), Instandsetzung von Gemeindestraßen (90 000 Euro), Sanierungsmaßnahme Hohenkirchen (1 Mio. Euro), Umstellung auf Doppik (400 000 Euro).

Die pro-Kopf-Verschuldung

betrug zum 31. Dezember 2010 1019,61 Euro (2009: 828,93). Landesweit beträgt der Durchschnitt 524 Euro.
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