Hohenkirchen - Die Krokusse und Osterblumen auf der Grünfläche zwischen Kiebitzmarkt und Brillenmacher blühen bereits zum zweiten Mal – nun hat der Platz auch einen Namen: Er ist nach Gerda Preißler benannt – wer sie ist, das steht auf der Tafel, die Buten-Hohenkirchener Horst Teichmannis gestiftet hat.
Schon 2016 hatte Wangerlands Gemeinderat beschlossen, die Fläche rund um die Bushaltestelle zwischen Brillenmacher und Kiebitzmarkt, einst vor dem Lebensmittelmarkt gelegen, nach Gerda Preißler (geb. am 4. Mai 1923, gest. am 11. Januar 2005) zu benennen.
Gerda Preißler hat in Hohenkirchen nicht nur einen Lebensmittelmarkt betrieben, sondern hat sich vor allen Dingen um das Wohl ihrer Mitbürger sehr verdient gemacht: Unter anderem gründete sie 1961 die Dorfhelferinnenstation Nordjeverland und war maßgeblich an der Einrichtung der Diakonie-Sozialstation beteiligt. Fast 25 Jahre lang vermittelte sie die Einsätze der Dorfhelferinnenstation.
Auch in der ev. Kirche Hohenkirchen war Gerda Preißler aktiv: Mehr als 40 Jahre lang gehörte sie dem Gemeindekirchenrat an, trieb den Bau des Stephanus-Hauses voran und erforschte die Geschichte der Gaukirche, die sie in Führungen vermittelte.
Für ihren Humor war Gerda Preißler ebenfalls berühmt. „Es ist zu befürchten, dass ich mit dem Leben davonkomme“, antwortete sie etwa auf Fragen, wie es ihr geht.
Für die Häuser, die am Gerda-Preißler-Platz stehen, ändert sich nichts: Sie behalten ihre Adresse Bahnhofstraße – es sei denn, die Eigentümer entscheiden sich selbst für die Adresse Gerda-Preißler-Platz.
„Gerda Preißler hat sich ausgezeichnet durch Mut, Entschlossenheit und Tatkraft“, würdigte Teichmannis die Hohenkirchenerin, die 2005 gestorben ist. Er kennt sie aus der Arbeit in der Kirchengemeinde: „Sie hatte einen Platz unter der Empore links – wenn etwas war, ging sie nach vorn, beugte sich rüber, sagte etwas. Und dann war Ruhe“, erinnert sich Teichmannis ans Wirken der zierlichen, aber resoluten Frau.
Auch Wangerlands stellvertretender Bürgermeister Reiner Tammen (Grüne) – er hatte 2016 den Antrag auf Benennung des Platzes gestellt –, erinnert sich gut an Gerda Preißler: „Da sie das Lebensmittelgeschäft betrieb, kannte sie jeden – und jeder kannte sie.“ Die Kinder in der Nachbarschaft durften jeden Tag in den Laden kommen und sagen „einmal Sahne ohne Groschen“. „Und dann bekamen wir eine kleine Waffel mit Sahne darin – das dar etwas ganz Besonderes“, erzählt der heute 64-jährige Tammen. Und auch er bestätigt: „Wenn Gerda Preißler sagte, nun ist Ruhe – dann war auch Ruhe.“
Da seine Schwester bei Gerda Preißler arbeitete, war auch er oft dort in Obhut.
Krokusse und Osterblumen blühten einst vor dem Lebensmittelgeschäft Preißlers – heute ist in dem Haus das Sanitätshaus Uber. Und deshalb blühen Osterblumen und Krokusse nun auch auf dem Gerda-Preißler-Platz.
„Schön, dass es jetzt so weit ist“, freute sich Tammen über die offizielle Benennung des Platzes. Das Schild hat Horst Teichmannis gespendet. Was von seiner 1000 Euro-Spende übrig ist, soll nun an die Kinder- und Jugendfeuerwehr Hohenkirchen gehen. „Denn man kann der Freiwilligen Feuerwehr nicht dankbar genug sein für ihren Einsatz.“
Für die Ratsfrauen dankte Renate Janßen-Niemann (CDU) Tammen für seinen Vorstoß: „Du hast unsere Anregung, mehr Straßen nach verdienten Wangerländerinnen zu benennen, bereits vorweggenommen.“
Als eine der ersten Dorfhelferinnen, die Gerda Preißler ab 1961 koordinierte, nahm auch Brigitte Trautmann an der Feierstunde teil. Auch sie erinnert sich gut an die tatkräftige Hohenkirchenerin und ihr Wirken.
