HOHENKIRCHEN - Als Nachrücker für den BfB-Ratsherrn Marian Parczyk, der aus dem Wangerland weggezogen ist, hat Bürgermeister Harald Hinrichs am Dienstagabend in der Sitzung des Wangerländer Gemeinderats Ralf Kröner neu verpflichtet. Der 42-Jährige lebt in Horumersiel und ist Betriebsleiter des Hallenbads Varel. Bis zum Ende der Wahlperiode wird er die BfB im Gemeinderat vertreten.

Auf Antrag der UWW wurde die Gruppe UWW/BfB aufgelöst. Damit erhält Kröner ein Grundmandat als beratendes Mitglied in einem Fachausschuss. Ellmer Cramer gehört künftig für UWW dem Wirtschafts- und Finanzausschuss an.

Für 25-jährige Mitgliedschaft im Gemeinderat wurde Dieter Adden (CDU) mit Urkunde und Präsentkorb geehrt: Der 68-Jährige sitzt seit 1984 ununterbrochen im Rat und war u. a. Vorsitzender des Planungsausschusses.

Bürgermeister Hinrichs gab in seinem Bericht Weihnachtsgrüße von Ratsmitglied Frank Rose (CDU) weiter. Der Soldat tut zurzeit Dienst im Rahmen des EUFOR-Einsatzes (European Union Force) in Sarajewo.

Beschlossen hat der Rat den 2. Nachtragshaushalt. Die Satzung passt den Haushaltsplan der tatsächliche Entwicklung der Finanzen an. Wie berichtet, hat die Gemeinde Wangerland gegenüber dem ausgeglichen geplanten Ursprungshaushalt vom Jahresanfang nun ein Defizit von 492 000 Euro in den Büchern stehen.


Gründe dafür sind geringere Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommensteuer. Damit summiert sich das in den vergangenen Jahren aufgelaufene Haushaltsdefizit des Wangerlands zum Jahresende 2009 auf 8,6 Millionen Euro.

Der Haushalt sieht im Verwaltungshaushalt Einnahmen von 15,98 Millionen Euro und Ausgaben von 24,63 Millionen vor. Der Vermögenshaushalt ist mit Einnahmen und Ausgaben von 7,39 Millionen Euro ausgeglichen.

Kämmerer Manfred Meinen rechnet damit, dass es 2010 noch viel schlimmer kommt und das Defizit auf 10,4 Millionen Euro steigt (die NWZ berichtete).

Angesichts dieser Finanzsituation hat die Gemeinde die Einführung der kaufmännischen Rechnungsführung (Doppik) um ein Jahr auf Januar 2012 verschoben: „Wir können uns die Umstellung schlichtweg nicht leisten“, sagte Meinen. Insgesamt rechnet er für die vom Land geforderte Umstellung der Rechnungsführung mit Kosten von 250 000 Euro.

Umstellen muss die Gemeinde auf jeden Fall, erläuterte der Bürgermeister: Das Land aber auch Banken werden ab 2012 Mittelzuweisungen und Kredite nur noch auf Grundlage der neuen Bewertungen bewilligen.

Beschlossen wurde in der Gemeinderatssitzung die Gründung der Verwaltungsgesellschaft Windenergie Wangerland mbH und der Gemeindewerk GmbH, mit der das Wangerland eine kommunale Energieversorgung ermöglichen will.