HOLLRIEDE - Der bundesweit erste therapeutische Garten für Demenzkranke mit angeschlossener Tagespflegeeinrichtung soll ab Juni auf dem Gelände der Naturschule Bienenpark Hollriede entstehen, der seit 2001 von der Carl- und Lieselotte-Düvel-Stiftung betrieben wird. Zum Auftakt fand in Westerstede ein Forum zur Gartentherapie mit 145 Experten statt.

Die Eröffnung der Einrichtung mit zunächst 18 Tagespflegeplätzen ist für Oktober vorgesehen. Die 3000 Quadratmeter große Gartenanlage soll im Stil der 50er-Jahre angelegt, um das Erinnerungsvermögen der Patienten anzuregen. Vorstellbar sei auch eine Nutzung des Gartens durch Patienten aus anderen Pflegeeinrichtungen, erklärte Carl-Wilhelm Düvel, Vorstand der Stiftung und Sohn des an Demenz erkrankten und 1998 verstorbenen Stiftungsgründers. „Die Idee kam aus der eigenen Betroffenheit heraus und passt sehr gut in die Naturschule. Für die wissenschaftliche Begleitung konnte die Hochschule Vechta gewonnen werden.“

Die Kosten des Projekts in Höhe von 500 000 Euro werden über das Programm „sozial investieren“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau finanziert. Tragen soll es sich später über die Abrechnung mit den Krankenkassen. Ziel ist neben dem therapeutischen Nutzen auch die Entlastung pflegender Angehöriger.

Den Nutzen beschrieb Uwe Brucker vom medizinischen Dienst des Bundesverbandes deutscher Krankenkassen: „Sie führt zu weniger Aggressionen, Apathie, sozialem Rückzug, Angst oder Schlafstörungen, fördert die Motorik, die Autonomie sowie den Kontakt untereinander. Der jahreszeitliche Rhythmus gibt Orientierung.“ Medikamente hätten mäßige Effekte und würden nur den Krankheitsverlauf verlangsamen. „Sehr viele Erkrankte sind noch im Besitz ihrer vollen Mobilität. Damit diese

Menschen in den Alltag einer Pflegeeinrichtung passen, stellt man sie mit Medikamenten ruhig. Ein auf ihre Bedürfnisse abgestimmter Garten würde ihrem Drang Raum geben.“