HOLLRIEDE - Vor dem Bau des Ehrenmals gab es lange Diskussionen. Am Totensonntag des Jahres 1956 wurde es eingeweiht.

von hildburg lohmüller

HOLLRIEDE - Das Ehrenmal in Hollriede wird in diesem November 50 Jahre alt. „Findlinge geev dat domals genog, de legen överall op't Land", erinnern sich Fritz Harms und Christel Lübbers an die Entstehung des Denkmals. Lediglich das Zusammentragen habe etwas Mühe bereitet, denn Mitte der 50er Jahre waren die Trecker noch wesentlich kleiner.

Auf einer Dorfversammlung wurde im November 1953 beschlossen, den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege aus Hollriede ein Ehrenmal zu setzen. Ein eigens gebildeter Ausschuss kümmerte sich um die erforderlichen Belange. Unzählige Versammlungen folgten, die von Lehrer Fritz Lübken protokollarisch festgehalten wurden. In Neuenburgerfeld habe man schließlich einen sieben Tonnen schweren Findling für das Ehrenmal gefunden. „Mit Gerd Coners sien 14-PS-Trecker ginn dat dorhin“ wissen die Hollrieder Helfer, auch wenn sie nicht mit vor Ort waren. Ein Zeitungsausschnitt belegt die schwere Bergung und den Transport des wuchtigen Steins, der zunächst freigegraben, dann mit einem Dreibock mit Flaschenzug angehoben und schließlich auf einen Anhänger gehievt wurde.

Das Ehrenmal fand seinen Platz inmitten eines Tannenwäldchens auf dem Hollrieder Schulhof, im Halbkreis beidseitig flankiert von insgesamt 21 kleineren Felsblöcken, in die die Namen von 18 Gefallenen und zehn Vermissten eingemeißelt wurden. Genau drei Jahre nach der ersten Versammlung wurde die Ehrenstätte eingewiht – am 25. November 1956, dem Totensonntag.

1998 wurde das Denkmal komplett saniert, einschließlich Beschriftung. „Wi hebbt de Steenen alle weg rümt un 'nen ganz neen Betonsockel makt“ berichtet Gustav Oetken, der gemeinsam mit Werner Mumme damals viele Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet hat, aber auch von weiteren Helfern unterstützt wurde. „Etwa 120 Stunden Arbeitsinsatz sünd dor tohoop kommen“ erinnern sich die beiden, doch der Aufwand habe sich allemal gelohnt, das Denkmal sei jetzt „ein wahres Schmuckstück“.


Auch heute noch sind Gustav Oetken (70 Jahre), Werner Mumme (71 Jahre), Fritz Harms (78 Jahre) und Christel Lübbers (80 Jahre) stets zur Stelle. Alle 14 Tage trifft man die rührigen Helfer auf dem großen Gelände beim Denkmal und Sport- und Dörpshus, wo sie Garten- und Pflegearbeiten erledigen.

Und wenn am Sonntag die traditionelle Feier am Ehrenmal abgehalten wird, können die Bürger gewiss sein: Die Ehrenstätte wird in hervorragendem Zustand glänzen.