HOLLRIEDE - HOLLRIEDE - Nachdenklich schaut Carl-Wilhelm Düvel auf Segeberger-Beuten mit 14 Bienen-Nachwuchsvölkern aus 2006. Der bis vor kurzem noch ungewohnt milde Winter könnte sich negativ auf den Bestand von 25 Völkern auswirken, die es auf dem Gelände der Naturschule Bienenpark Hollriede gibt. ,,Sollten wir noch eine lange Winterperiode bekommen, ist durchaus mit Verlusten zu rechnen. Es bleibt ein Vabanque-Spiel, ob unsere ,Hauptdarsteller’ der Naturschule es schaffen oder nicht“, urteilt der 40-Jährige, Vorstand der Carl-und-Lieselotte-Düvel-Stiftung, die den Park unterhält.
Der gelernte Landwirt, der an der Landwirtschaftskammer Hannover und am Bieneninstitut Celle die Imker-Ausbildung gemacht hat, weiß um Probleme, mit denen aufgrund der Witterung viele Imker zu kämpfen haben. Im Spätsommer stellten sich die Bienen auf den Winter ein, die Königin gehe zum Herbst aus der Eiablage, und bedingt durch eine Hormonumstellung werde der Sammeltrieb der Arbeiterinnen dann ausgebremst. ,,Was bis zur Umstellung an Pollen und Nektar eingetragen wurde, das muss durch den Winter reichen, und der Imker sollte bis spätestens Oktober aufgefüttert haben.“ Gebe es indes Plusgrade, gingen Bienen verstärkt an Wintervorräte. Zudem seien aufgrund des milden Winters auch noch im Dezember viele Bienenvölker in beschränktem Maße im Brutgeschäft gewesen.
Problematisch könne gegebenenfalls der Varroa-Bestand im Bienenvolk sein. ,,Beim milden Winter könnte der Anteil der Milben gemessen am Anteil der Bienen zu hoch sein, wenn man nicht rechtzeitig etwas gegen die Schädlinge unternommen hat.“ Viele Imker nutzten Ameisensäure, Perizin und Oxalsäure. Er habe gute Erfahrungen mit ätherischen Ölen (Thymian, Lavendel) gemacht.
Optimistisch geht Düvel in die Jahresarbeit für den Naturlehrpark mit dem Schwerpunkt Honigbienen, Insekten und Biotopen. Das Angebotsspektrum begeisterte nach ersten Schätzungen 2006 bis zu 7000 Besucher. Der Bienenpark hat sich als Adresse für Schulen, Jugendgruppen, Vereine, Betriebe und Gruppen etabliert. Zum 15. Februar wird ein Dipl.-Biologe eingestellt. ,,Sein Studienschwerpunkt waren Insekten, und so kann er auch in der projektbezogenen Umweltbildung arbeiten“, freut sich Düvel.
Vorbereitet werde ein PC-Spiel, das die Stiftung in Kooperation mit der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven und der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg entwickele. ,,Es handelt sich um ein Rollenspiel, bei dem Kinder und Jugendliche die Welt aus Sicht von Insekten erkunden“, erläutert Carl-Wilhelm Düvel. Über Stufen gelange man zum Ziel, wobei der Erfolg (Zertifikat, evtl. Preise) mit Aufgaben verknüpft sei, ,,die nur draußen in der Natur zu erledigen sind.“ Der Park werde auch zur Pilotanlage.
Gut laufe ebenso das Programm für Busgruppen. Etwa 130 Unternehmen hätten bereits Termine gebucht. ,,Wir verbinden Seminare bei uns mit einem Essen in der Gastronomie der Region und einer touristischen Attraktion zum Ausklang.“
Am 1. Mai solle der Park eröffnet werden. ,,Am 20. Mai ist ,Tag für den Naturschutz’. Ich hoffe, dass uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht.“ Bleibt zu hoffen, dass die ,,Hauptdarsteller“, die Bienen, dann auch ihren Auftritt haben können.
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