HOLZKAMP/SCHLUTTER - An Enno Vosteens Ganderkeseer Lieblingsplatz fahren viele täglich vorbei: Das Buswartehäuschen neben der weit ausladenden Friedenseiche an der Kreuzung Schlutterbrink/Schützenweg ist für den 42-jährigen Vorsitzenden des Ortsvereins Schlutter/Holzkamp/Hoyerswege mehr als nur eine Möglichkeit, sich bei typisch norddeutschem Nieselwetter unterzustellen. Denn dort wo sich die beiden Straßen kreuzen, kreuzte sich auch Enno Vosteens Weg mit dem einiger – mittlerweile – enger Freunde.

„Wenn ich diesen Ort sehe, dann denke ich beispielsweise häufig an die erste Begegnung mit Volker Abel und das Wiedersehen mit Jörg Strudthoff“, verrät Vosteen. Mit seinem alten Schulkameraden Strudthoff hatte er sich nämlich „einfach aus den Augen verloren, obwohl wir beide hier im Ort gelebt haben“. Im Jahr 2001, Vosteen war seit zwei Jahren Ortsvereinsvorsitzender und wollte mit Gleichgesinnten „etwas Bleibendes für den Ort schaffen“, machte man sich an besagter Kreuzung daran, ein neues Buswartehäuschen mit Grasdach zu bauen. Und auf der „Baustelle“ trafen sich die beiden Schulfreunde wieder – und pflegen seither stärkeren Kontakt.

Wie schnell Hinzugezogene Teil der Dorfgemeinschaft werden können, lässt sich hingegen am Beispiel von Volker Abel erkennen: „Volker war gerade erst nach Schlutter gezogen, hatte sich ein Haus in der Nachbarschaft der Kreuzung gekauft, sah uns arbeiten, kam spontan dazu und ist seitdem bei fast allen Festen und Aktivitäten dabei“, schildert Vosteen, „mittlerweile hat sich aus dieser ersten Begegnung Freundschaft entwickelt.“

Dass man beim Bau eines Bushäuschens – mittlerweile ist die Dorfgemeinschaft dabei, das sechste Exemplar zu planen – sehr schnell Kontakt zu anderen Bürgern aufbaut, hat sich laut Vosteen auch bei den nachfolgenden Projekten bestätigt. „Aber an dieser Kreuzung hat die ganze Sache damals begonnen, und daran erinnere ich mich sehr gerne.“ Unter dem Laubdach der Friedenseiche hat Enno Vosteen auch schon so manche Party gefeiert – z.B. das „Dachblütenfest“ (siehe Infokasten).

Die Gemeinschaft und den Zusammenhalt im Dorf – Enno Vosteen möchte ihn nicht missen: „Ich habe ursprünglich Landwirtschaft gelernt, arbeite jetzt aber für den TÜV Rheinland und bin in ganz Deutschland unterwegs, um in Schlachthöfen die Prüfung von Gewichten und Handelsklassen zu organisieren.“ Die Entscheidung aus dem Jahr 1987, den heimischen Betrieb aufzugeben, sei nicht leicht gefallen – „aber bereut habe ich es nie“. Denn er ist sich sicher: „Das wäre ein komplett anderes Leben gewesen – und ich hätte keine Zeit gehabt, Vorsitzender des Ortsvereins zu sein.“