Butjadingen - „Da ist wohl einiges schief gelaufen“, sind sich Dieter Brockhoff, Ralf Töllner und Jan Dunkhase einig. Das beeindruckende Naturschauspiel am Zu- und Ablauf betrachten die drei Vorstandsmitglieder des „Fördervereins Langwarder Groden – Erhalt der Heimat zwischen den Deichen“ mit Argwohn. Die nach jeder Flut wieder aus dem Groden abfließenden enormen Wassermassen suchen sich derzeit noch selbst ihren Weg und zerstören dabei alte Uferbefestigungen.

Hunderte, ein bis zwei Meter lange kräftige Holzpfähle werden durch die hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers oder durch Unterspülung aus ihrer Verankerung gerissen und treiben dann ins Fahrwasser des Fedderwarder Priels. „Das ist eine große Gefahr für die Schifffahrt“, kritisiert Jan Dunkhase. Der Fedderwarder Priel ist die einzige Zufahrt zum Kutter- und zum Yachthafen in Fedderwardersiel.

Bis zum Beginn der ökologischen Kompensations-Maßnahme gab es im Langwarder Groden nur kleines Sieltief, das durch ein altes Sielbauwerk im Sommerdeich mit einem Außenpriel verbunden war. Damit bei Flut genügend Wasser in den Groden gelangen kann, um dort Salzwiesen entstehen zu lassen, wurden das Sieltief erheblich verbreitert und vertieft, 900 Meter des Sommerdeichs abgetragen und das Sielbauwerk entfernt. Das Sieltief wurde direkt mit dem Fedderwarder Priel und damit mit der Nordsee verbunden.

Der Versuch, eine neue Verbindung zwischen Sieltief und Fedderwarder Priel durch den Schlick zu graben, sei offensichtlich gescheitert, deuteten die drei Förderverein-Vertreter eine unvollendete künstliche Rinne neben dem jetzigen „natürlichen“ Zulauf.

Bei normaler Flut würden 200 000 bis 300 000 Kubikmeter Wasser in den Groden fließen und dort 35 Hektar der Fläche bedecken. Bei einer Springflut könne es die dreifache Wassermenge sein, die sich dann 50 bis 60 Hektar verteilt, erläuterte Jan Dunkhase. Er erinnerte an den Vorschlag des Fördervereins, durch ein neues Sielbauwerk für einen geordneten Zu- und Abfluss zu sorgen.

„Hier soll der Mensch aber nicht mehr eingreifen, sondern die Natur soll künftig alles selbst regeln“, wies Dieter Brockhoff auf die Vorgaben für das Ziel der Ausgleichsmaßnahme hin.

Erheblich eingegriffen worden sei aber im Bereich der Einmündung des Sieltiefs, die erheblich verbreitert worden sei, weil man noch 25 000 Kubikmeter Erde zum Verfüllen der Pütten am Hauptdeich benötigt habe, berichtete Ralf Töllner.

Gerade im Bereich der Einmündung, wo sich das fließende Wasser jetzt mit großer Kraft neue Wege sucht, kommt es zu Unterspülungen und Uferabbrüchen. Auch der Schlick werde in den Fedderwarder Priel gespült, der nun wohl noch stärker verlanden werde, befürchten die Fördererverein-Vertreter.