Munderloh - Die Zeiten, in denen es um den deutschen Wald schlecht bestellt war, sind lange vorbei. Dank besserer Filtertechnik in Industrieanlagen und Automobilen ist die Angst vorm sauren Regen und Waldsterben längst kein Thema mehr. Das zeigte sich jetzt auch auf der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Oldenburg-Delmenhorst, deren Mitglieder allesamt Eigentümer von in privater Hand befindlichem Wald sind. Für den Vorschlag, eine Waldkalkung vorzunehmen, um negative Effekte auszugleichen, wurde keine Notwendigkeit gesehen.
Sorgen macht den Waldeigentümern da schon eher der Versicherungsschutz. An den FBG-Vorstand erging der Auftrag, Versicherungsangebote für „Nichtlandwirte“ einzuholen, die Sturmschäden und Haftpflicht abdecken. Förster Hubert Brüning (Bezirksförsterei Hatten) informierte vor der eigentlichen Versammlung im Landgasthof Brüers auf einem Rundgang durch ein Waldstück der Familie Würdemann über Sinn und Wirkung von Waldbaumaßnahmen.
Insgesamt sind im Jahr 2014 laut Brüning 21 000 Festmeter Holz eingeschlagen worden, dies entspreche einem Nettoerlös von etwa 580 000 Euro für die Waldbesitzer in der Forstbetriebsgemeinschaft. Erstmalig wurden dabei mehr wertvolle Abschnitte verkauft als das minderwertigere Industrieholz. Ein Indiz dafür, dass die Bestände in der FBG Oldenburg-Delmenhorst generell einen sehr guten Pflegezustand aufweise. Brüning: „Der Holzverkauf ist seit einigen Jahren wieder ein lohnendes Geschäft.“ Vor allem die Nachfrage nach Eichenholz ist gestiegen, während der Bedarf an Kiefer stagniere und Buchen derzeit weniger gefragt sind.
Die FBG greift bei der Pflege der von ihr verwalteten Flächen (5393,3 Hektar; Stand 31. Dezember 2014) auf das Know-how der beiden Bezirksförster Hubert Brüning und Michael Feiner (Großenkneten) zurück. Der Brennholzabsatz blieb mit 3450 Festmetern auf dem Vorjahresniveau.
Die Mitgliederzahl liegt derzeit bei 630 Personen. 1. Vorsitzender ist Günter Westermann (Meierhafe), 2. Vorsitzender Henning Poppe (Sage). Weitere Vorstandsmitglieder sind Hartmut Schütte (Dingstede), Hermann-Georg Behrens (Glane) und Manfred Tabken (Dötlingen). Als Monatsbeitrag erhebt die FBG einen Euro pro Hektar Wald bzw. mindestens 16 Euro).
