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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Ratgeber zu Homeoffice und Steuern: Für Homeoffice 5 Euro pro Tag steuerlich absetzen?

01.12.2020

Berlin Immer mehr Beschäftigte arbeiten im Homeoffice. Mitarbeiter nutzen dabei ihr Mobiliar, bezahlen Miete und Heizkosten. Die Regierungskoalition erwägt nun, Beschäftigte im Homeoffice mit täglich fünf Euro steuerlich zu entlasten. Noch ist dies aber nicht beschlossen. Welche Kosten derzeit geltend gemacht werden können – dazu beantwortet der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Christian Oberwetter, wichtige Fragen.

Wer darf bisher sein Arbeitszimmer steuerlich absetzen?

Jeder Berufstätige, der seine Tätigkeit ausschließlich von zu Hause aus ausübt. Dies sind Selbstständige und Freiberufler oder Mitarbeiter, denen der Arbeitgeber keinen betrieblichen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt, wie etwa Außendienstlern oder auch Lehrern.

Welche Kosten dürfen steuerlich angegeben werden?

Es dürfen anteilige Kosten des Arbeitszimmers für die Miete und Nebenkosten wie Heizung und Strom steuerlich abgesetzt werden. Immobilieneigentümer können entsprechend anteilig ihre Gebäudeabschreibung geltend machen. Darüber hinaus kann die Ausstattung des Arbeitszimmers – wie Stuhl, Schreibtisch, Beleuchtung oder eine Renovierung – angegeben werden. Unabhängig davon können alle Steuerzahler Arbeitsmittel wie einen Schreibtisch geltend machen.

Gilt das auch für Beschäftigte, die ins Homeoffice geschickt wurden?

Ja. Wenn der Arbeitgeber Home­office angeordnet hat, stand den Beschäftigten kein Arbeitsplatz im Betrieb zur Verfügung.

Kann man sei Homeoffice-Zimmer absetzen?

Wer dieses Jahr aus dem Homeoffice arbeitet, kann die Aufwendungen für Arbeitsmittel in voller Höhe steuerlich geltend machen, für andere Ausstattungen und anteilige Mietkosten nur bis zur Höhe von 1250 Euro. Sollte man künftig nur aus dem Homeoffice arbeiten, können die anteiligen Kosten in voller Höhe steuerlich abgesetzt werden.

Welche Voraussetzungen sind dafür nötig?

Es muss sich um ein separates Zimmer handeln, das praktisch fast ausschließlich zum Arbeiten genutzt wird. Nur eine minimale private Nutzung ist zulässig. Es dürfen dort also keine Gästebetten aufgestellt werden.

Und wenn man am Küchentisch arbeitet?

Sie sollten sich vom Chef bescheinigen lassen, dass sie ins Homeoffice abgeordnet wurden, und ihren Arbeitsplatz zu Hause durch Fotos dokumentieren. Der Grund: In einem Gesetzentwurf zum Jahressteuergesetz 2020 hat der Bundesrat empfohlen, auch solche Homeoffice-Arbeitsplätze steuerlich absetzen zu können, bei denen kein Arbeitszimmer besteht.

An was wird jetzt in Berlin konkret gedacht?

Die Große Koalition will nun wohl eine neue Homeoffice-Pauschale in das Jahressteuergesetz aufnehmen. Angedacht ist eine Tagespauschale von 5 Euro, die für zwei Jahre – jährlich bis höchstens 600 Euro – von Beschäftigten im Homeoffice abgesetzt werden kann. Formell ist die dies aber noch nicht beschlossen.

Wird das auf die jährliche Werbungskostenpauschale angerechnet?

Dies hat die Koalition noch nicht entschieden. Würden die beiden Pauschalen nebeneinander bestehen, wäre das für die Beschäftigten das Beste. Arbeitnehmer könnten dann pauschal 1600 Euro steuerlich absetzen. Wird dagegen die Home­office-Pauschale auf die WK-Pauschale angerechnet, bleiben den Beschäftigten wie bisher nur 1000 Euro pauschal. Profitieren würden dann nur jene, die mehr als 1000 Euro Werbungskosten nachweisen können. Wer sein Homeoffice voll ansetzt, dem könnte das Finanzamt die bis zu 120 Tage bei den Fahrtkosten zum Arbeitsplatz abziehen. Dies kann sich für Mitarbeiter mit langem Arbeitsweg sogar nachteilig auswirken.

Noch kurz zurück: Wie steht es bisher mit Telefon und Möbeln?

Hier bietet sich eine Kostenerstattung durch den Arbeitgeber an, auch im Rahmen einer Pauschale. Ansonsten können Beschäftigte solche Kosten als Werbungskosten in Höhe von 20 Prozent der monatlichen Rechnung, höchstens jedoch 20 Euro monatlich, geltend machen. Bei konkretem Nachweis können auch höhere Kosten geltend gemacht werden. Und: Der Homeoffice-Arbeitsplatz muss den arbeitsschutzrechtlichen Ansprüchen genügen.

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