HOOKSIEL - Der Hooksieler Außenhafen erhält durch den Bau und Betrieb des Jade-Weser-Ports eine neue Perspektive: Nicht nur, dass er in der Bauphase des Wilhelmshavener Tiefwasserhafens eine wichtige Funktion als Servicehafen bekommt, wie John H. Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschaftsvereinigung, vor kurzem betonte. Der Außenhafen bietet sich darüber hinaus auch als Standort für die Wasserschutzpolizei und die Schlepper sowie Betriebe der Küstenschifffahrt an. „Zurzeit liegen die Schlepper in der 4. Einfahrt, in Hooksiel wären sie weit näher an ihren Einsatzorten“, erläuterte Wilfried Adam, Geschäftsführer der Hafenbetriebsgesellschaft Wilhelmshaven, bei der SPD Hooksiel-Waddewarden.

Auch für eine touristische Nutzung des Hafens gibt es neue Perspektiven: Der Jade-Weser-Port werde die Nachfrage nach Hafenrundfahrten und Fahrten nach Wilhelmshaven enorm steigern, zudem sei Hooksiel idealer Ausgangspunkt für Schiffe nach Helgoland und zu den Ostfriesischen Inseln, sagte Adam. Da der Geniusstrand durch den Bau des Tiefwasserhafens verloren geht, wird Adam zufolge der Hooksieler Strand dessen Rolle künftig zunehmend übernehmen.

Um dieses Potenzial allerdings erschließen zu können, „muss sich das Land zu seiner Verantwortung für den Außenhafen bekennen“, sagte Adam. Das heißt: Der Hafen muss durch Baggerungen tideunabhängig befahrbar sein.

Genau das fordern auch die Gemeinde Wangerland und die Hafenanlieger vom Land. Wie berichtet, hatten Gemeinde, Anlieger und Nutzer des Außenhafens im vergangenen Herbst in Hannover eine „Hooksieler Erklärung” überreicht, nachdem das Land angekündigt hatte, den Hafen verkaufen zu wollen. Im Januar hatte das Wirtschaftsministerium mitgeteilt, der Verkauf sei vom Tisch.

Die Baggerprobleme im Hafen sind damit zwar noch nicht gelöst. Doch nachdem die Hafenwirtschaft den Hooksieler Außenhafen als nützlich erkannt hat, wird sie mit Sicherheit ihren Einfluss in Hannover geltend machen, um den Hafen optimal nutzen zu können.