Hooksiel - Der Verkaufsbeschluss des Gemeinderats steht – obwohl der potenzielle Käufer des Gästehauses Hooksiel abgesprungen ist. Das betonte Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena am Montagabend in der Ratssitzung. Wie berichtet, hatte der Interessent wegen der Kritik am Gästehaus-Verkauf aus Hooksiel – unter anderem von Seebadeverein und Gartenbauverein – einen Rückzieher gemacht.
Beschlossen hatte der Gemeinderat den Verkauf des Gästehauses 2013, „weil es weitab der touristischen Hotspots liegt und es ausreichend zentraler gelegene Möglichkeiten zur Unterbringung der touristischen Angebote gibt“, blickte Mühlena noch einmal zurück: „Die Wangerland Touristik braucht das Gebäude nicht unbedingt für ihre Arbeit.“
Durchaus angefasst äußerte sich Holger Ulfers (SPD) über seine Hooksieler Mitbürger: „Die Möglichkeit, das Gebäude durch Verkauf einer Mehrnutzung zuzuführen, wurde durch die Diskussion im Vorfeld kaputt gemacht – das finde ich irgendwie schade.“
„Ratsbeschluss ändern“
Die knapp 30 Hooksieler, die zur Sitzung gekommen waren, sahen das anders: „Man kann einen Ratsbeschluss auch ändern“, sagte Seebadevereins-Vorsitzender Erwin Abels in der Fragestunde und Norbert Wißing vom Verein Kunst- und Erlebnispfad stimmte ihm zu: Abels wiederholte seine Kritik, dass die WTG, aber auch die Hooksieler Vereine das Gästehaus nicht mit Leben gefüllt hätten. „Aber wir sind nie gefragt worden, wie es mit dem Gästehaus weitergehen soll“, sagte Abels.
Auch Heinz-Hermann Knebel kritisierte, dass es in Hooksiel zu wenig Angebot gebe: „Die WTG ist dafür zuständig, dass den Gästen auch in Hooksiel etwas geboten wird.“ Und auch Günter Schmöckel wirft Gemeindeverwaltung und WTG vor, dass das „Gästehaus nie mit Engagement und Herzblut geführt wurde“. „Das Gästehaus hat Zukunft – man muss halt etwas dafür tun, sonst passiert nichts“, betonte er. Sein Vorschlag: Den großen Saal zur Belebung an einen Gastronomen zu vermieten.
Zu wenige Angebote?
Die Forderung aus Hooksiel: Den Verkauf des Gästehauses zurückzunehmen und stattdessen für eine intensivere Nutzung der 24 Jahre alten Immobilie zu sorgen.
Dass im Sielort zu wenige touristische Veranstaltungen angeboten werden, wies der Bürgermeister indes zurück: „Es findet eine Menge statt – aber Veranstaltungen müssen nicht aufs Gästehaus konzentriert werden“, betonte er: Es gehe darum, Veränderungen zuzulassen. Und die Urlauber hielten sich eben eher am Alten Hafen und in der Fußgängerzone auf als im abgelegenen Gästehaus.
„Wir haben ja jetzt ausreichend Zeit, uns Gedanken zu machen“, meinte er. Er werde allerdings nicht garantieren, dass „wir hier alles erhalten können: Etwas auf den Prüfstand zu stellen beinhaltet auch, dass die Politik zum Ergebnis kommen darf, dass das Objekt besser abzustoßen ist.“
