HOOKSIEL - Weltpremiere an diesem Freitag, 12. August, in Hooksiel: Bootsbaumeister Wolfram Heibeck tauft ein neues Boot, das es so noch nicht gibt. Die „Black Maggy“ hat ein Geschwindigkeitspotenzial, das die Yacht zu einem echten „Renner“ machen wird. Erste Probeschläge auf der Jade hat der Entwickler, Konstrukteur und Bootsbauermeister aus Hooksiel schon unternommen. „Da geht die Post ab“, schwärmt er von seiner Neuentwicklung, an der er rund drei Jahre gearbeitet hat.

Vor elf Jahren machte sich der heute 44-jährige Bootsbaumeister mit seinem Betrieb für Spezial-Bootsanfertigungen in Hooksiel selbstständig. „Da wo andere aufhören, fangen wir an“, beschreibt er seinen Arbeitsbereich. Er konstruiert und setzt Sonderwünsche von Skippern um, baut „ausgefallene Sachen, die es sonst nicht gibt“, restauriert Boote und baut Boote vom Kiel bis zur Mastspitze.

Dazu hat er sich als „Einzelkämpfer“ mit einem selbstständigen Bootsbauer und einem Tischler für den Innenausbau zusammengetan. „Wir versuchen, alles selbst zu fertigen“, sagt Heibeck. Das einzige, was fehlt, ist die Metallfertigung. „Die müssen wir dazukaufen – aber auch in diesem Bereich arbeiten wir mit Seglern zusammen“, so Heibeck.

Für den Neubau der hochseegängigen „Black Maggy“ hat er Verbundmaterial, wie es auch in der Luft- und Raumfahrttechnik verwendet wird, eingesetzt: Carbon, Kevlar, E-Glasfaser und Holzfurnier. Dadurch ist das 9,76 Meter lange und 3,92 Meter breite Boot um rund die Hälfte leichter als eine konventionelle Segelyacht und hat ein Geschwindigkeitspotenzial, das sonst nur Regattayachten zugesprochen wird.

Etwas besonderes ist auch der Kiel: Heibeck hat einen an zwei Achsen aufgehängten Kiel mit 2,90 Meter Tiefgang entwickelt. In der Segelstellung kann die 710 Kilogramm schwere Ballastflosse 45 Grad nach Luv geschwenkt werden. So wird der Gewichtsschwerpunkt des Bootes um rund 1,50 Meter aus der Mittschiffsachse verlagert und erhält so ein enormes aufrichtendes Moment. Um dennoch in enge Häfen zu gelangen, kann die Flosse nach hinten unter den Rumpf geklappt werden und der Tiefgang wird auf 0,9 Meter verringert. „Wir wollen ja auch weiterhin in unserem Heimatrevier segeln“, sagt Heibeck, der aktives Mitglied des Wassersportvereins Hooksiel und der Segelkameradschaft Horumersiel ist.


Der 16 Meter hohe Carbonmast aus eigener Herstellung trägt 69 Quadratmeter Segelfläche. Optisch sind Akzente gesetzt durch den mit Mahagoni furnierten und naturlackierten Bootsrumpf, das Teakdeck, Mahagoni-Aufbauseiten und in Sichtcarbon ausgeführte tragende Bauteile.

Heibeck will mit dem Neubau beweisen, dass auch eine kleine Werft wie sein Spezialbootsbau in der Lage ist, modernste Materialien zu verarbeiten und innovative Konzepte umzusetzen.

Die „Black Maggy“ wird an diesem ?Freitag um 19 Uhr beim WSV Hooksiel getauft – vorsichtig gesegelt ist Heibeck übrigens schon.