Jever - Jeder Mensch hat einen Namen und oft gibt es eine Geschichte, wie er zu diesem Namen gekommen ist.
Die Eltern kannten jemanden, der genauso hieß, sie haben den Namen irgendwo gelesen oder sehr genau darüber nachgedacht und aus vielen Namen den einen Namen für ihr Kind ausgesucht. „Denn der richtige Name ist eine sehr wichtige Entscheidung, er begleitet einen Menschen sein Leben lang“, sagt Horst Janßen, der am Donnerstagabend den Plattdeutschen Gesprächskreis des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins in Jever eröffnete.
Unter dem Motto „Wo sall dat Kind heten“ beschäftigten sich rund 50 Plattsnacker mit Namen aller Art. Dabei ging es nicht nur um die eigenen Namen, sondern auch um alte und neue Namen und um Namenstrends.
Horst Janßen erklärte zum Beispiel auf Plattdeutsch, dass sein Vorname von dem alten Angelsächsischen Wort „Horga“ abstammt, das zurückzuführen ist auf das englische Wort „Horse“, also das Wort für Pferd. „Das passt auch zu mir, denn ich bin auch schnell“, scherzte er. Sein Vorname sei aber heute nicht mehr so beliebt, wie früher: „Der Name ist leider vom Aussterben bedroht“, sagte er.
Zuvor hielt Heino Albers von der Arbeitsgruppe Familienforschung des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins einen Vortrag zum Thema „Namen“. Er sprach über die Entstehung von Familiennamen. Die Familiennamen seien im Zuge der Christianisierung entstanden. Zuerst habe es in Italien Familiennamen gegeben – etwa ab dem 11. Jahrhundert –, im 16. Jahrhundert gab es Familiennamen auch in Deutschland. Eine Ausnahme bildeten die Ems-Jade Region und Teile der Wesermarsch, so Albers. Dort gibt es die gesetzlichen festen Familiennamen erst seit 1874/76 mit der Einführung des Standesamtsgesetzes, erklärte Albers. Zudem berichtete er, nach welchen Regeln Familiennamen vergeben wurden.
