Horumersiel - Mit so viel Interesse haben Reiner Tammen, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft Bürgerwind Wangerland, und der geschäftsführende Vorstand Dieter Behrens-Focken nicht gerechnet: Knapp 400 Wangerländerinnen und Wangerländer füllten am Montagabend den Kursaal Horumersiel und ließen sich über die Beteiligungsmöglichkeiten am Windpark Wangerland, den vier Windrädern zwischen Waddewarden und Haddien, informieren. „Ich sehe gar keine Protest-Plakate“, scherzte Tammen mit Blick auf die Planungsphase 2016/17. Und: „Auch Windkraftgegner dürfen zeichnen – wir verraten keinen.“

Die Genossenschaft bietet Anteile zu 500 Euro das Stück am Windpark an – die Rendite liegt bei schmalen 2,2 Prozent. „Ja, das ist wenig im Vergleich zu dem, was im Wangerland schon an Windenergie-Renditen aufgerufen wurde“, räumte Behrens-Focken ein. Dennoch: „Die Wangerländer müssen gegen die Windräder angucken – also sollen die Wangerländer auch davon profitieren.“

Damit die Wangerländer zumindest die 2,2 Prozent Rendite erhalten, müssen bis Anfang Dezember alle 2448 Anteile gezeichnet sein – nur dann kann die Genossenschaft 51 Prozent des Windparks im Wert von 1,22 Millionen Euro übernehmen. Kommt die Summe nicht zusammen, ist der Bürgerwindpark gestorben. „Dann gehen die 51 Prozent an einen anderen Investor weg“, kündigte Dr. Andreas Luhr, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft BEW an.

So appellierte Landwirt Heinz Thomßen an alle Wangerländer: „Beteiligt Euch! Denn wenn einem ein Stück Windpark gehört, hört man die Rotoren gleich mit einem besseren Ohr rauschen.“ Zudem sei er fest überzeugt, dass die Rendite noch ein ganzes Stück besser wird: Thomßen geht davon aus, dass der Bürgerwindpark noch um einige Anlagen auf den Flächen Hohenkirchen und Tettens wachsen wird. Reiner Tammen konterte: „Wenn die Rendite nicht steigt, holt Euch das Geld bitte bei Heinz Thomßen ab . . .“