HORUMERSIEL - Eine Änderung des Landesraumordnungsprogramms wünschte sich Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs beim Sommerfest der CDU Wangerland am Freitag in Horumersiel, als er Niedersachsens Landwirtschaftsminister Heiner Ehlen begrüßte. Zuvor hatte der Shantychor „Liekedeeler“ dem Geburtstagskind Hinrichs ein Ständchen gebracht.
Während Wilhelmshaven als Vorranggebiet für Hafen- und Industriegebiet ausgewiesen sei, müsse dem Tourismus im Wangerland eine Entwicklung auf Augenhöhe zugestanden werden, war der Bürgermeister überzeugt. Zum anderen müsste den Belangen der kleinen Fischer im Jaderevier Rechnung getragen werden, wenn die Fischkutter aus Greetsiel ihre Liegeplätze nach Hooksiel verlegen. „Für das Jade-Revier müssen die Boote beim Fang auf 30 BRT begrenzt werden“, forderte Hinrichs. Wie berichtet, lehnt das Ministerium dieses Ansinnen ab.
Auch wenn Landtagsabgeordnete Inse-Marie Ortgies die Wünsche von Hinrichs gerne verwirklicht sehen möchte, ging der Minister darauf nicht ein. Er könne nur ein kurzes Stück in die Zukunft sehen und es sei schwer zu sagen, „wo wir in zehn bis zwanzig Jahren stehen“, sagte Ehlen.
Er plädierte dafür, die landwirtschaftlichen Energiebereiche wie die Bio-Energie zu fördern. Mit 40 Prozent der installierten Leistung in Niedersachsen liege das Land in Deutschland vorn, wo die erneuerbaren Energien inzwischen einen Marktanteil von fast sechs Prozent hätten. Ziel müsse bis 2020 ein Anteil von 20 Prozent sein.
Ehlen sprach sich für das Denken in Ketten aus: „Wir müssen von der Produktion bis hin zum Verkauf qualifizierte Ware liefern.“ In Niedersachsen dürften keine Lebensmittel zweiter Wahl produziert werden, denn die werde der Erzeuger nicht los. Nur dann könnten sich die Erzeuger im globalen Wettbewerb behaupten und sich auf den boomenden Märkten positionieren. Auf die EU-Agrarpolitik eingehend sah Ehlen voraus, dass durch die Knappheit bei der Milch im In- und Ausland die Marktpreise steigen werden.
Die Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands, Alice Brandenburg-Bienek, begrüßte die Veranstaltung, weil in ihr die Landwirte im Mittelpunkt stünden. So hatte sich Ehlen zuvor einen landwirtschaftlichen Betrieb angesehen. Der Minister warb dafür, sich den armen Ländern zuzuwenden, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben.
