HORUMERSIEL - Die traditionelle Horum-Regatta der Segelkameradschaft Horumersiel (SKHS) wird am Sonnabend, 16. Juni, zum 43. Mal ausgetragen. Die Gastgeber erwarten etwa 60 Yachten und Jollenkreuzer zu einer der größten segelsportlichen Veranstaltungen im Jaderevier.
Der Startschuss fällt tidebedingt erst gegen 12 Uhr auf Schillig-Reede. Der Traditionstermin zwei Wochen nach Pfingsten schied wegen ungünstiger Hochwasserzeiten aus. Allerdings fällt dadurch die Regatta mit der Sielortfete zusammen, die dann ebenfalls in Horumersiel gefeiert wird.
„Wir werden wie in jedem Jahr die Kurse hinaus auf die Nordsee segeln“, erklärte Regattawart Tanno Kruse. Entscheiden werde man aber erst bei genauer Kenntnis der Wetterbedingungen am Freitag Abend, 15. Juni, auf der Steuermannsbesprechung in Horumersiel. Für die Jollenkreuzer auf der „kleinen Bahn“ gibt es eine Regattastrecke auf der Jade. Nur bei ungünstigem Wetter müsse man notgedrungen auf eine „Sturmbahn“ in der Jade ausweichen, die aber vorsichtshalber auch beim zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven beantragt wird. Die Horum-Regatta wird seit 1970 alljährlich ausgetragen.
Mehrere Klassen
Die unterschiedlich großen Segelboote werden in mehrere Klassen eingeteilt und die gesegelten Zeiten mit mathematisch ermittelten „Yardstick“-Faktoren verrechnet, um eine möglichst gerechte Vergleichbarkeit zu erreichen. Diese Arbeit der Regattaleitung organisiert zuverlässig Werner Ströher aus Hohenkirchen. Die Wettfahrtleitung wird auf dem Startschiff „Gesine“ das Geschehen verfolgen und die Zielzeiten stoppen. Am späteren Abend wird SKHS-Vorsitzender Weert Siuts die Sieger auszeichnen und die Wanderpreise vergeben, darunter der Vereinswanderpreis „Mellumbake“ für das erfolgreichste Vereinsteam.
Ein mit Mythen und Legenden behafteter Wanderpreis ist voriges Jahr neu gestiftet worden. Für das schnellste SKHS-Schiff auf der großen Bahn geht es um das über 100 Jahre alte Original-Steuerrad der „Balmoral“.
Steuerrad als Trophäe
Die „Balmoral“ war ein Stückgutfrachter, der am 12. März 1967 in einer Sturmnacht durch Navigationsfehler auf der Mellumplate strandete. Das Wrack enterten später Segler aus Horumersiel und bewahrten einige Ausrüstungsgegenstände vor der Zerstörung durch die See. Die Trophäe gewann 2011 „Dreebeen“ mit Steuermann Hennig Gerken.
Aber schon vorher starten die Horumersieler in die Regattasaison. Zum Auftakt geht es Pfingsten nach Helgoland. Die Zubringerregatta zur 78. Nordseewoche – verbunden mit den Deutschen Meisterschaften im Seesegeln – wird von der SKHS ausgerichtet. Nach den Wettfahrten um den roten Felsen startet am Pfingstmontag das Skagen-Race, die längste deutsche Hochseeregatta über 500 Seemeilen nach Kiel. Auch hier haben sich bereits vier Horumersieler Yachten gemeldet: die „Ree“ mit Steuermann Bernhard Ihnken, die „Henny“ unter Führung von Jörg Schleebaum, die „Black Maggy“ von Wolfram Heibeck und „Magister Wigbold“ mit Nils Hicken am Ruder. Die kleineren Boote des Vereins steuern Pfingsten Spiekeroog an, wo die ebenfalls traditionsreiche „Seestern-Gedächtnisregatta“ stattfindet.
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