HORUMERSIEL - Der Landfrauenverband Weser-Ems kann auf ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr 2011 zurückblicken das wurde bei der Delegiertentagung am Donnerstag in Horumersiel deutlich. Insgesamt 550 Landfrauen verfolgten die Berichte von Mitgliedern und dem Vorstand über die vielfältigen Projekte der Landfrauen im Bezirk Weser-Ems.
Erfreulich ist die leicht gestiegene Mitgliederzahl, so dass der Verein rund 29 100 Mitglieder zählt, die in 18 Kreisarbeitsgemeinschaften und 191 Ortsvereinen zusammengeschlossen sind. Dabei haben nur rund ein Drittel der Frauen einen landwirtschaftlichen Hintergrund.
Die Delegiertentagung in Horumersiel ist das Mekka der Landfrauen, sagte Kreislandfrauenvorsitzende für Friesland/Wilhelmshaven Ellen Kromminga-Jabben. Die Landfrauen seien wichtig für die Region und würden wertvolle Dienste leisten.
Die Landfrauen im Bezirk Weser-Ems organisierten im vergangenen Jahr rund 3 300 Veranstaltungen, darunter Vorträge und Seminare zu unterschiedlichen Themen. Rund 120 000 Landfrauen nahmen an den Veranstaltungen teil.
Auch sprachen die Landfrauen mit Politikern des Agrar- und Sozialausschusses des Landes Niedersachsen unter anderem über den EU-Tierschutzplan und seine Folgen für die hiesige Landwirtschaft. Da die Diskussion eher schleppend verlief, so Vorsitzende Agnes Witschen, wollen die Landfrauen künftig vor Ort direkt mit Mitgliedern der Fraktionen sprechen. Wir Frauen dürfen in landwirtschaftlichen und sozialen Fragen das Feld nicht nur denjenigen überlassen, die am lautesten schreien, sagte Witschen.
In einem Positionspapier stärkt der Verband Frauen im ländlichen Raum den Rücken, die geringere Einkommen haben und zudem durch die hohen Benzinpreise belastet werden. Auf dem Land sei der Weg zur Arbeit meist lang und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich, so Witschen. Deshalb fordern die Landfrauen Weser-Ems die Bundesregierung auf, die Pendlerpauschale für Arbeitnehmer, die einen besonders langen Weg zur Arbeit haben und nicht auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen können, zu erhöhen. Zur Refinanzierung schlagen sie Steuereinnahmen aus den erhöhten Kraftstoffpreisen vor.
Für besondere Verdienste im Kreis Friesland in Verbindung mit den Interessen der Landfrauen wurde Erika Lübben von Landrat Sven Ambrosy mit dem Friesland-Taler ausgezeichnet. Sie ist damit die erste Frau, die diese Auszeichnung erhält. Lübben engagierte sich rund 37 Jahre lang für die Landfrauen. Die gelernte Hauswirtschafterin arbeitete unter anderem bei der Landwirtschaftskammer Weser-Ems, wo sie eine Ausbildung zur Landfrauenberaterin absolvierte. Als Landfrauenberaterin war sie später in Jever bei der Landwirtschaftskammer tätig. 1983 wurden sie Fachbereichsleiterin.
Die Landfrauen ehrten zudem die ehemalige Kreisvorsitzende der Kreisarbeitsgemeinschaft Leer, Gertrud Peters, sowie Marianne Oetken, Kreisvorsitzende der Kreisarbeitsgemeinschaft Friesland/Wilhelmshaven, für ihr Engagement.
