HORUMERSIEL - Seit meiner Kenterfahrt auf dem Zwischenahner Meer weiß ich, wie wichtig die DLRG ist, sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode am Mittwoch bei einem Strandbesuch in Horumersiel. Wie berichtet, war vor kurzem bei einer Drachenbootfahrt auf dem Zwischenahner Meer fast die komplette Landesregierung unfreiwillig baden gegangen.
Im Rahmen seiner Sommerreise informierte sich Bode über das im Wangerland geplante DLRG-Zertifizierungsprojekt Life guarded beaches. Die Zertifizierung zeichnet Strände aus, an denen Rettungspersonal wacht. Der Minister zeigte sich beeindruckt von den Ideen der Wangerländer. So soll etwa an einer Badestelle in Horumersiel ein Wachhäuschen versetzt werden, um von dort aus alle Badestellen im Blick zu haben. Bisher ist das kaum möglich, da die Wachstation weiter oben am Strand und das Wachhäuschen beide von der DLRG besetzt werden müssten. Dafür fehlt aber Personal, so Ralf Knebel von der DLRG Wangerland.
Auch das Sorgenkind der Wangerland Touristik, die Spundwand im Horumersieler Hafen Wangersiel, nahm Bode in Augenschein. Wie berichtet, hatte sich die Wand erst verzogen und war im vergangenen Jahr auf einer Länge von rund 20 Metern eingebrochen. Auch die dahinter verlaufende Mole war eingesackt. Der Schaden betrug rund 600 000 Euro.
Inzwischen ist auf diesem Stück zwar eine neue Spundwand gebaut worden, aber erneute Schäden können nach Angaben WTG-Geschäftsführerin Ute Draschba nicht ausgeschlossen werden. Die Spundwand befinde sich in einem bedenklichen Zustand.
Langfristig sei eine Neugestaltung des Hafens Wangersiel geplant. So soll vor allem eine Attraktivitätssteigerung erreicht werden: Eine Realisierung des Projekts wäre ein Gewinn für Horumersiel, so Bürgermeister Harald Hinrichs.
Der Hafen sei Drehscheibe für Bootsfahrer, die von der Nordsee ins Binnenland fahren, so Dr. Gundolf Gubernatis, Vorsitzender der Hafenbetriebsgesellschaft.
Bode zeigte Verständnis, dennoch schloss er eine Förderung aus Landes- oder EU-Mitteln aus formalen Gründen aus. Er empfahl, den Fokus der Gemeinde für mögliche Fördergelder auf den Tourismus zu legen.
