HORUMERSIEL - Wenn Ende April die Seeschwalben aus ihren Winterquartieren in ihre Brutgebiete an der Nordsee-Küste zurückkehren, dann werden die eleganten Flieger in Horumersiel eine Neuerung vorfinden: Die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU) hat ihnen einen Brut- und Rastplatz geschaffen.

Im Speicherpolder am Schöpfwerk Hohenstiefersiel wurde am Dienstag ein vier mal acht Meter großes Podest, das auf einem Schwimmkörper ruht, von Mitarbeitern der Sielacht Wangerland verankert.

Die Idee dazu hatte der inzwischen verstorbene langjährige WAU-Vorsitzende Dr. Hermann Blindow. Dessen Nachfolger im Amt, Ulrich Appel, realisierte nun diesen Gedanken mit Hilfe von Stiftungen. So trug die Naturschutzstiftung Friesland/Wilhelmshaven/Wittmund den größten Betrag der Kosten von 3200 Euro. Ferner beteiligte sich die Umweltstiftung Weser-Ems daran und die WAU war selbst mit rund 200 Euro dabei.

Auf Initiative von Appel stiftete Terramare den Schwimmkörper, eine ehemalige Forschungsplattform. Die Firma Stührenberg in Rhauderfehn baute die Plattform für die Seeschwalben samt einer Balustrade, die mit Maschendraht versehen ist. „Wenn die junen Seeschwalben ins Wasser fallen, können sie sich mit eigener Kraft nicht in die Luft bewegen. Um das Hineinfallen zu verhindern, wurde der Draht angebracht“, erläutert Appel.

Er sorgte auch dafür, dass auf der Fläche Firstpfannen aufgestellt wurden, um den Jungtieren Schutz vor fliegenden Feinden zu garantieren.


Appels Dank ging an die Sielacht Wangerland, vertreten durch Vorsteher Klaus Jensen. Die Sielacht habe mit ihren Mitarbeitern viel für das Zusstandekommen der Blindow-Vision beigetragen. Ebenfalls an der Realisierung beteiligt war die Vogelwarte Helgoland in Wilhelmshaven.