HORUMERSIEL - Wangerlands Landwirte fordern Planungssicherheit. Das Verfahren dauere schon viel zu lange, kritisierten sie.
Von Klaus Homola
HORUMERSIEL - Wangerlands Landwirte wollen sich in ihrer wirtschaftlichen Existenz und in ihrem künftigen wirtschaftlichen Handeln nicht einschränken lassen. Mit dieser Aussage brachte Landwirt Gerd Hobbie am Donnerstag die Interessen der Bauern bei der Podiumsdiskussion des Bezirkslandvolkverbands zum Thema „Zukunft der Landwirtschaft“ in Horumersiel auf den Punkt.Hobbie nannte den Flächennutzungsplan zur Fremdenverkehrlichen Schwerpunktzone zwischen Horumersiel und Hooksiel, der seit acht Jahren in der Beratung ist, „eine unendliche Geschichte“. Obwohl 57 Betriebe in dieser Zone „auf etwas verzichtet haben“ und Solidarität gezeigt hätten, seien die Planungen noch lange nicht zu Ende, kritisierte Hobbie Rat und Verwaltung der Gemeinde Wangerland – nahm jedoch den Bürgermeister Joachim Gramberger ausdrücklich von jeder Kritik aus.
Die Ratsherren auf dem Podium Klaus Lammers (SPD), Klaus Peter Koch (CDU), Ellmer Cramer (UWW), Hugo Pannbacker (FDP), Reiner Tammen (Grüne) und Bürgermeisterkandidat Harald Hinrichs waren sich einig, dass das Verfahren zur Fremdenverkehrlichen Schwerpunktzone endlich vom Tisch müsse. Konkreter wurde da schon Klaus Lammers: Die bisherige 52. Änderung des Flächennutzungsplanes müsse verabschiedet werden, weil darin für die Landwirte Ausnahmeregelungen und Härtefallregelungen verankert werden.
Das sahen Klaus-Peter Koch und Ellmer Cramer ganz anders. So wünschte sich Koch eine Gewichtung aller Argumente, die dann in der 72. Änderung zum Tragen kommen könnten. „Es sind genug Konfliktfälle im Bereich der Landwirtschaft und im Tourismus vorhanden, die gelöst werden müssen“, sagte Koch. Wangerlands parteiloser Bürgermeisterkandidat Harald Hinrichs sagte zu dem Verfahren, die Planungen seien in der Vergangenheit nicht ausreichend sachlich begleitet gewesen. Er wünschte sich, dass künftig Verabredungen verbindlich gehalten werden.
Von allen Rednern auf dem Podium wurden Biogas-Anlagen im Wangerland befürwortet. Auch das Repowering im Windpark Bassens wurde von keinem der Noch-Ratsmitglieder in Frage gestellt. Einer Ausweitung von Windkraftanlagen sah auch Reiner Tammen positiv entgegen, sprach sich jedoch gegen die Massentierhaltung im Wangerland aus. Koch konnte sich sogar vorstellen, „eventuell weitere Flächen im Wangerland für die Windkraft untersuchen zu lassen“.
Natürlich beschäftigten die mehr als 200 Landwirte auch die Gemeindefinanzen und die Defizite bei der Wangerland Touristik. Dazu meinte Koch: „Die defizitären Schwimmbäder sind unter volkswirtschaftlichem Aspekt notwendig für den Erhalt des bisherigen Tourismus.“
