Horumersiel - Sie haben gemeinsame Interessen. Und sie wollen gemeinsam mehr erreichen: Die drei Wangerländer Gewerbevereine Hooksiel, Hohenkirchen und Horumersiel haben sich am Dienstagabend erneut zusammengesetzt, um aktuelle Themen zu besprechen.
Ein Thema: Der Tourismus. Ein Knackpunkt war die Strandhochzeit als Alleinstellungsmerkmal des Wangerlands. Da die Hochzeitspaare meist ihre Verwandten und Freunde mitbringen und diese meist mehrere Tage im Wangerland verbrächten, sei das für die beteiligten Gewerbetreibenden Wirtschaftsförderung, so Hans-Otto Vogt von den Hooksieler Skiterrassen. „Doch leider weiß der Bürgermeister nicht, wo er die 200 Euro, die die Veranstaltung die Gemeinde am Strand kosten würde, verbuchen soll“, wunderte sich Vogt. Aber die Nachfrage sei da.
Förderung fällt weg
„Wir dürfen das Geld nicht nehmen, da gibt es Vorschriften“, sagte Gitta Heitmann-Schmacker, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters. „Wir sollten aber versuchen, auf ein gemeinsames Brett und zu einer Lösung zu kommen“, schlug sie vor.
Harald Koch vom Hotel „Dorf Wangerland“ sprach den Rückzug der Wangerland Touristik (WTG) aus der Förderung von Dorffesten an. Darunter falle auch die Bezuschussung des Shantychors Horumersiel. Augenscheinlich gehe es der WTG darum, nur noch Projekte nach außen zu gestalten, um Leute heranzuholen und damit das Gießkannenprinzip fallen zu lassen. Dabei kämen viele Gäste gerade wegen der besonderen Atmosphäre der Dorffeste, sind sich die Gewerbetreibenden einig.
Dazu Koch: „Die WTG entwickelt sich zu einem reinen Wirtschaftsunternehmen. Was wird den Gästen für die Kurtaxe noch geboten?“
Gemeinsame Jobbörse
Auch die Kosten der beiden Hallenbäder der WTG waren Thema: Ein modernes Bad anstelle der beiden Bäder in Hooksiel und Horumersiel wäre eine Lösung, meinte Harald Koch. Doch der Lokalpatriotismus würde das wohl nicht zulassen – es würde sich sofort Streit um den Standort entzünden, vermutet er. Außerdem würde Horumersiel bei Wegfall der Therme seinen Nordseeheilbadstatus verlieren, merkte Heitmann-Schmacker an.
Weiteres Thema: Der Personalmangel: Eine Idee ist, durch eine Wangerland-Jobbörse für die offenen Stellen aller Betriebe zu werben. Ein Problem: Dem Personal, das zur Verfügung steht, stehen sprachliche Barrieren im Weg, hinzu kommt, dass es kaum Wohnungen gibt. Dann müssten die Betriebe auch Freizeitbetreuung anbieten, hieß es aus der Runde. Dazu Harald Koch: „Der Arbeitsmarkt hat sich verändert. Früher haben sich Arbeitssuchende beworben, heute müssen sich die Firmen bewerben.“ „Der Leidensdruck wird größer“, meinte dazu Mario Krar vom Hotel „Leuchtfeuer“.
