Ganderkesee - „Hospizbegleitung ist gelebte Menschlichkeit.“ Das betonte Chris Peikert-Baramsky, Vorsitzende des Hospizkreises Ganderkesee, bei ihrer Bilanz im Rahmen der Mitgliederversammlung. Genau 12 146 Kilometer seien die ehrenamtlich Aktiven im Vorjahr für ihren Einsatz im Interesse der Sterbe- und Trauerbegleitung gefahren. Hinter dieser Zahl stecke „ganz viel Herzenswärme“.
Neben Linda Bahr wird zum 1. April Petra Janssen aus Hude als zweite hauptamtliche Koordinatorin das Team verstärken. Die 48-jährige, ausgebildete Diplom-Pädagogin stellte sich am Montagabend bei der Versammlung im Evangelischen Gemeindehaus den Mitgliedern vor. „Ich freue mich tüchtig“, sagte Janssen, die aus Werdum im Kreis Wittmund stammt. Die Mutter von zwei Kindern im Alter von 14 und 16 Jahren war seit 2005 als Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Hatten tätig. Schwerpunkt ihrer Arbeit dort sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewesen. Kürzlich hatte sie ihren letzten Bericht im Kirchhatter Rathaus vorgelegt (die NWZ berichtete). Janssen leitet seit zehn Jahren das „Erzählcafé“ in Hude, eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der regioVHS und der Diakonie-Sozialstation. Zu ihren Hobbys gehören Lesen und Taekwondo.
Janssen werde zunächst fachlich für die Hospizarbeit ausgebildet, berichteten Peikert-Baramsky und ihr Stellvertreter Rainer Heinken. Ohnehin seien Fortbildungen und Seminare für die Ehrenamtlichen ein großes Anliegen im Verein. So konnte im vergangenen Jahr bereits der dritte Vorbereitungskurs zur Ausbildung als Sterbebegleiter abgeschlossen werden. Wegen der großen Nachfrage sei Ende des Jahres der vierte Kursus in Eigenorganisation gestartet. Regelmäßige Supervisionen und Seminartage, darunter ein „Integrationstag“ im November in Bad Zwischenahn, böten den derzeit rund 50 Ehrenamtlichen Gelegenheit zum Austausch.
Auch Projektarbeit betreibt der Verein mit seinen aktuell 155 Mitgliedern. Die fünfte Auflage der Vereinszeitung sei kurz vor der Fertigstellung, berichtete Heinken. Der Verein beschäftige sich mit einem neuen Internetauftritt und erstelle einen Leitfaden. Ein großer Erfolg sei die Herausgabe des Hospiz-Back- und Lesebuches gewesen. Sämtliche 1000 Exemplare seien inzwischen vergriffen: Personelle Wechsel habe es bei den Trauercafés gegeben. Die offenen Hospizabende böten Interessierten immer wieder Gelegenheit, sich zu informieren, In diesem Jahr soll Heinken zufolge ein neues Veranstaltungskonzept greifen. So seien zwei große Themenabende in Ganderkesee und in Hude geplant. Auch die Vorbereitungen zum zehnjährigen Bestehen des Hospizkreises in zwei Jahren starten.
Insgesamt sei die Zahl der Trauer- und Sterbebegleitungen im Vorjahr um fünf zurückgegangen, berichtete Koordinatorin Bahr. Sie sieht den Hospizkreis gut ins vorhandene Netzwerk eingebunden. Es gebe eine Kooperation mit dem SAVP-Team („spezialisierte ambulante Palliativversorgung“) Oldenburg und dem stationären Hospiz in Falkenburg.
