HOWIEK - In dem historischen Steinbackofen kann nur eine begrenzte Zahl von Stuten gebacken werden. Diesmal reichte das Angebot nicht für alle Besucher aus.

von kerstin schumann

HOWIEK - Zwei Tage lang war das Backteam des Heimatvereins bei der Howieker Wassermühle im Einsatz, um frischen Rosinen- und Roggenstuten für die Besucher des Backtags zu produzieren. Doch diesmal war der Andrang so groß, dass der Vorrat schnell verbraucht war und einige Gäste keinen der begehrten Laibe mit nach Hause nehmen konnten. „Die Leute haben uns die heißen Laibe förmlich vom Brett gerissen. Viele haben den Stuten bestellt, der noch im Ofen war“, schildert Karin Kriebel, die den Backtag federführend organisiert, den Ansturm.

140 Stück hatten die Helfer aus dem alten Steinbackofen gezogen. „Mehr geht einfach nicht“, bittet Karin Kriebel um Verständnis. Der Ofen werde für diese Menge sogar zwei Mal hochgeheizt. „Es dauert rund fünf Stunden bis er die richtige Temperatur hat. Auf einmal können nur 35 Stuten gebacken werden, danach reicht die Hitze nur noch für einen Durchgang. Der Teig muss ja komplett durchbacken. Auch wenn man nachheizt, dauert es wieder einige Stunden bis die Temperatur stimmt. Das ist eben kein Elektroofen.“ Umso trauriger war das Helferteam, dass einige Besucher schimpfend davonzogen. Andere Gäste ließen sich dagegen die letzten Scheiben Stuten, die noch in der Brauchtumsscheune serviert wurden, schmecken.

Am Ende des Tages war das Backteam erschöpft: Begonnen hatte die Arbeit bereits am Freitag mit dem Ansetzen des Teiges. Allein 60 Kilogramm Mehl haben die Ehrenamtlichen verarbeitet, mit weiteren Zutaten gewürzt und verknetet. Wie am Fließband werden die Laibe geformt und schließlich gebacken. Aufschneiden und Schmieren gehörte dann ebenso wie Kaffeeservieren zu den Aufgaben im Verlauf des Nachmittags, an dem die Gäste in der Scheune bewirtet wurden. „Das ist viel Arbeit, aber es macht auch sehr viel Spaß“, bestätigt Helferin Petra Eilers, die seit zwei Jahren die Gruppe unterstützt. Sie und die anderen Helfer werden wieder am 3. September beim Brauchtumssonntag für die Gäste da sein. Auch dann gibt es wieder frischen Stuten, aber nur solange der Vorrat reicht.