HUDE - Gerold Sanders ist enttäuscht von der Stadt Delmenhorst. In den Händen hält der Huder ein Knöllchen für ein vermeintliches Parkvergehen. 20 Euro soll Sanders an die Stadt zahlen. Doch das sieht er nicht ein. „Ich habe nichts Verbotenes getan“, sagt er. Trotzdem muss er zahlen.

Rückblende: Am 24. März diesen Jahres, ein Mittwoch, fuhr Gerold Sanders mit seiner Frau in die Delmestadt. „Wir wollten einiges erledigen“, erzählt er. Weil der Huder schwerbehindert ist, wählten die Sanders einen Parkplatz für Behinderte, direkt vor dem Delmenhorster Standesamt. Dann gingen sie Einkaufen, und als sie zurückkamen, staunten sie nicht schlecht. Gerold Sanders empört: „Dann hing das Knöllchen an der Windschutzscheibe.“ Bis heute kann er den Sachverhalt nicht verstehen.

Für die Stadt Delmenhorst ist der Fall klar. Mittwochs ist Wochenmarkt, die Fläche vor dem Standesamt ist dann für Beschicker reserviert. Das sei auch gekennzeichnet durch Schilder sowie Sperrböcke, die ab Wochenmarktanfang dort stehen und die Zufahrt absperren, so die Pressestelle der Stadt.

Gerold Sanders räumt zwar ein, dass die Sperrböcke bei seiner Rückkehr zum Auto dort standen. „Aber raufgefahren sind wir ganz normal, da war nichts abgesperrt. Außerdem stand dort auch noch ein anderes Auto“, ist er sich sicher. Das bestätigt auch seine Frau.

Gegen den Bescheid ist er deshalb mit seinem Anwalt vorgegangen. Doch ohne Erfolg. Die Stadt beharrt auf ihrer Sicht der Dinge.


Sanders wittert hinter dem Knöllchen eine Abzocke: „Vielleicht benötigt die Stadt Delmenhorst Geld und muss deswegen Besucher zur Kasse bitten.“ Das wollen die Delmestädter so nicht auf sich sitzen lassen: „Hier wurde gegen Richtlinien verstoßen, da müssen wir einschreiten, auch wenn uns der Einzelfall leid tut“, so die Pressestelle. Gerold Sanders beharrt auf seiner Meinung: „Das ist ein europäisches Zeichen für Behindertenparkplätze, warum sollte ich da nicht parken, wenn die Fläche nicht klar gesperrt ist?“ Für ihn steht jedenfalls fest: „Ich parke dort nicht mehr, auf Dauer wird mir das zu teuer.“ Die Stadt empfiehlt den Hans-Böckler-Platz zum Parken an Wochenmarkttagen.