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AFRIKA-HILFE Huder trifft am Kap Erzbischof Tutu

SO

HUDE - „Dieser Mensch strahlt unglaublich viel spontane Begeisterung für die gute Sache und eine große Portion Weisheit aus.“ Die Begegnung mit Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu im vergangenen Monat in Kapstadt hat Johannes Hillje stark beeindruckt. Sechs Wochen verbrachte der Student aus Hude in Südafrika, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Gleichzeitig nutzte er die Zeit, um für seine im Mai 2007 gegründete Afrika-Hilfsorganisation „Go Ahead!“ Projekte zu besuchen und Unterstützer wie Tutu zu treffen. Der Erzbischof hatte „Go Ahead!“ zu einem Gottesdienst in die historische St. Georges Kathedrale im Stadtzentrum eingeladen. Anschließend konnte Hillje noch im kleinen Kreis mit Tutu reden, der sich insbesondere über die „Jugendlichkeit“ von „Go Ahead!“erfreut zeigte.

Das Praktikum machte der 22-jährige Politik- und Medienstudent bei einer Zeitung am Kap. Diese richtet sich vor allem an Kinder in den Townships und verfolgt einen bildungspolitischen Ansatz. Während der sechs Wochen wechselten Hilljes Tätigkeiten zwischen Büroarbeit in einem noblen Viertel der Stadt und Zielgruppenforschung in „Khayelistha“, dem größten Township der Stadt. „Das sind zwei verschiedene Welten an einem Ort“, beschreibt Hillje die Situation. „Während der eine Teil der Gesellschaft mit gefüllten Bäuchen auf der oberen Klinge der berühmten Schere zwischen Arm und Reich tanzt, muss sich der Großteil der Bevölkerung täglich mit weitaus existenzielleren Problemen befassen.“ So waren es für den jungen Afrika-Aktivisten vor allem die Begegnungen mit den Menschen in den Townships, die den Aufenthalt besonders wertvoll machten. Schon die Neun- und Zehnjährigen sprachen bei seinen Befragungen von Gewalt, Kriminalität und Vergewaltigung. Aber auch die Begegnung mit Straßenkindern

ging dem Studenten sehr nahe, da diese eine erschreckende Gleichgültigkeit der hohen Aids-Infizierungsgefahr auf der Straße entgegen gebracht hätten.

Nach seiner Rückkehr vor zwei Wochen musste der Huder zunächst eine Temperaturdifferenz von 25 Grad verkraften. Auf seinen dritten Aufenthalt auf dem schwarzen Kontinent blickt er überwiegend positiv zurück. „Es ist höchstinteressant, für einige Wochen in einer solch gegensätzlichen Gesellschaft zu leben.“ Johannes Hillje sieht sich in seinem Engagement für die Ärmsten der Armen bestärkt. Eine wichtige Erkenntnis sei aber auch, dass man so manche Dinge in unseren Breitengraden weniger eng sehen könne, wenn man die täglichen Probleme der Erdbewohner 9000 Kilometer weiter südlich kennt.

Verein ermöglicht 120 Kindernden Schulbesuch


Für „Go Ahead!“

hat Johannes Hillje Schulen in der Kapregion und Soweto besucht, die in Zukunft in das Schulförderungsprogramm seiner Organisation aufgenommen werden könnten. Schon heute ermöglicht der Verein 120 Schülern in Südafrika den Schulbesuch. Die Schulgebühren können bereits mit einer monatlichen Spende von vier Euro finanziert werden. Neben Desmond Tutu traf Hillje auch den deutschen Pastor und Buchautor Stefan Hippler, der eine der renommiertesten Hilfsorganisationen in Kapstadt aufgebaut hat. „Solche Kontakte sind für uns enorm wichtig“, erklärt Hillje, dessen knapp ein Jahr alter Verein „Go Ahead!“ mittlerweile 200 Mitglieder hat.

Mehr Infos unter www.goahead-

organisation.de

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