Hude - Das Deutsche Jugendherbergswerk veranstaltet auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge Hude am Sonntag, 15. April, von 11 bis 17 Uhr einen Flohmarkt. Mit dem Erlös soll das Hilfsprojekt Ubomi unterstützt werden. Ubomi kümmert sich um vernachlässigte und verwaiste Kinder im größten Township Kapstadts.
„Eine Chance für Kinder“ nennt der Verein Ubomi sein Ziel. Dazu heißt es auf der Internetseite: „In Khayelitsha, dem größten Township Südafrikas, leben etwa eine Million Menschen. Noch immer herrschen – wie in allen Townships – Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit. Am meisten leiden darunter die Kinder. Für sie kann von Chancengleichheit keine Rede sein: Vielen Kindern mangelt es an elementaren Dingen wie Nahrung, Schlafplätzen und Gesundheitsvorsorge, sie sind fast immer auf sich gestellt und verbringen ihre ganze Zeit auf der Straße. Viele andere sind verwaist und müssen sich ganz allein durchs Leben schlagen. In unserem Ubomi-Haus bekommen die Kinder neben Essen auch familiäre Wärme – und Angebote, die ihnen helfen, sich zu entwickeln.“
Dem ersten Ubomi-Haus sollen nach Vorstellungen des Vereins schnell weitere folgen. Dazu heißt es: „Wie Inseln sollen die Häuser zentral in den Township-Gemeinschaften (Communities) mit fünfzig bis hundert Familien wirken. Die Anbindung an die Township-Communities ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor – sowohl bei der Planung als auch beim Betrieb: Ziel ist, die Menschen vor Ort ihren Kompetenzen entsprechend zu schulen und in die Arbeit einzubinden. So kann die Betreuung und die Versorgung der Kinder im Ubomi von dafür qualifizierten Township-Bewohnern übernommen werden.
Bei der Betreuung der Kinder bindet der Verein auch Jugendliche ein. Diese werden zum Beispiel über Partner aus- und fortgebildet. Dazu der Verein: „So können wir über unsere reguläre Altersgruppe der Sieben- bis Elfjährigen hinaus auch den Jugendlichen einen Ort bieten, an dem sie sich weiterentwickeln können.“
Angeboten werden auf dem Flohmarkt viele Utensilien aus dem Fundus des Jugendherbergswerkes: Küchenutensilien, Geschirr, Bilder, Bücher, Kleidung, Einziehdecken, Kissen, Bettwäsche, Betten, Schränke, Rutsche, Betontischtennisplatten, Tische und vieles mehr. Die Einnahmen aus dem DJH-Flohmarktverkauf werden an den Verein Ubomi e.V. gespendet.
Der Verein Ubomi hat seinen Sitz in Hannover. Als Partner für sein Ubomi-Projekt konnte der Verein die Jugendherbergen im Nordwesten gewinnen, die ihn auf vielfältige Weise unterstützen. So organisierte die Jugendherberge auf Wangerooge erst kürzlich einen Familiennachmittag mit Flohmarkt für das Projekt Ubomi. Im November gab es einen Familien- und Flohmarkttag zugunsten des deutsch-südafrikanischen Projekts in der Jugendherberge an der Thülsfelder Talsperre.
Auch in Hude hofft das Jugendherbergswerk auf viele Flohmarktbesucher. Bürgerinnen und Bürger können außerdem den Kindern im Township auch helfen durch die Spende von gut erhaltenen Schuhen bis Größe 44. Wegen der Wasserknappheit und der damit verbundenen mangelnden Hygiene sind Schuhe an den Füßen wichtig. Benötigt werden sowohl Winter- als auch Sommerschuhe Die Jugendherberge Hude, Linteler Straße 3, wurde Ende März 2017 nach fast 80 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. In Spitzenzeiten wurden mehr als 10 000 Übernachtungen pro Jahr gezählt. Das letzte Jahr bis zur Schließung hatte die Herberge als Flüchtlingsunterkunft gedient. Die Immobilie steht zum Verkauf. Es gebe Verhandlungen mit Interessenten, aber bislang noch nichts Konkretes zur Nachnutzung, wie Jörg Rosilius vom DJH-Landesverband berichtete.
