HUDE - HUDE/SO - Als Gisela Jaskulewicz vor 14 Jahren per Zeitungsinserat für die Gründung der „ersten Dienstleistungsagentur Deutschlands“ warb, konnte sie noch nicht ahnen, was sich daraus entwickeln würde. Ihre Idee war es, Arbeitsplätze für Frauen auf dem Land zu schaffen, indem Frauen vom Land ihre Kompetenzen als Dienstleistung anbieten. Dieses Konzept ist aufgegangen: Jaskulewicz und ihre Mitstreiterinnen gründeten die Gesellschaften „Landdienste“ und „Seniorendienste“. Gewinne, das betont die Diplom-Ökonomin ausdrücklich, werden nicht gemacht. Ihre Arbeit sei eine „Gratwanderung zwischen Herz und Ökonomie“. Im Vordergrund steht die Schaffung von sicheren Arbeitsplätzen – das ist gelungen: Die mittlerweile sieben Büros – Standorte sind Hude, Brettorf, Ganderkesee, Wildeshausen, Delmenhorst, Oldenburg und ab Freitag auch Wardenburg – beschäftigen 160 Mitarbeiterinnen. In Hude sind die „Landdienste“ seit September 2004 ansässig – morgen stellen sie sich mit einem Tag
der offenen Tür vor.
Die Bandbreite der Kundschaft reicht von Jung bis Alt: Die kleinsten Patienten sind im Säuglingsalter. Die „häusliche Kinderkrankenpflege“ gewährt Hilfe nach dem Motto „Zuhause gesund werden“ und unterstützt Eltern in ihrer täglichen Arbeit. Ein weiteres Standbein der „Landdienste“ ist die Seniorenbetreuung in den eigenen vier Wänden der Patienten. Der ambulante Pflegedienst übernimmt die Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung.
Außerdem werden pflegende Angehörige geschult und unterstützt sowie bei der Inanspruchnahme von Leistungen beraten. „Demenzkranken stehen vier Stunden kostenlose Betreuung in der Woche zu – das wissen viele gar nicht“, nennt Gisela Jaskulewicz ein Beispiel.
Auch drei Wohngruppen, in denen jeweils maximal neun Senioren leben, werden von ihren Mitarbeiterinnen betreut. Oberste Maxime bei allen Dienstleistungen: „Wir wollen mit Lächeln und Einfühlungsvermögen handeln. Die Mitarbeiter sollen ein bisschen Sonnenschein in jeden Haushalt bringen“, sagt die Geschäftsführerin.
Das Erfüllen von Träumen und Wünschen haben sich die Landdienste ebenfalls zur Aufgabe gemacht. „Wenn uns ein alter Mensch sagt, er möchte gerne noch einmal nach Wangerooge, dann machen wir das möglich. Solche Herausforderungen lieben wir“, sagt Gisela Jaskulewicz.
