HUDE - Als die evangelische Kindertagesstätte Regenbogeninsel in Hude mit der Integrationsarbeit begann, war sie Vorreiter für den gesamten Landkreis Oldenburg. Das ist 15 Jahre her. Ein Grund für die Mitarbeiterinnen, die Geburtsstunde der gemeinsamen Erziehung von behinderten und nicht behinderten Kindern mit ihren Schützlingen, Eltern und Freunden zu feiern. Unter dem Motto „Hand in Hand“ gibt es daher am Sonntag, 2. November, von 14.30 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür.

„Wir möchten Einblicke in unsere Arbeit geben und den Besuchern zeigen, was Integrationsarbeit bedeutet“, erklärt Kindergartenleiterin Anke Jacobs. Viele würden bei dem Begriff an Kinder im Rollstuhl denken. Doch die Beeinträchtigungen seien häufig gar nicht zu sehen.

115 Kinder besuchen derzeit die Einrichtung. Von insgesamt fünf Gruppen sind drei integrativ. „Das heißt, dass von den 17 Kindern in jeder dieser Gruppen je vier beeinträchtigt sind“, sagt Anke Jacobs. Sie haben Entwicklungsverzögerungen, Bewegungsstörungen, Sinnesbeeinträchtigungen oder weisen eine verzögerte Sprachentwicklung auf. Trotz besonderer Förderung sollen sie gemeinsam mit den anderen Kindern spielen und nicht ausgegrenzt werden. Ziel der Integrationsarbeit sei, so Anke Jacobs, die beeinträchtigten Kinder wohnortnah mit ihren Freunden zu betreuen und weite Fahrten zu speziellen Einrichtungen zu vermeiden.

Deshalb arbeiten in der Kindertagesstätte heilpädagogische Fachkräfte, die sich besonders – oft auf spielerische Art und Weise – um die beeinträchtigten Kinder kümmern. Als zusätzliches Angebot kommen zwei Therapeutinnen regelmäßig für Sprach- und Ergotherapien oder Krankengymnastik in die Einrichtung. Einmal in der Woche geht es für die Integrationskinder zum therapeutischen Reiten, und auch das gemeinsame Schwimmen gehört zum Förderplan.

„Wir wollen zeigen, dass das Anderssein auch eine Art von Normalität ist“, sagt Anke Jacobs. Wichtig sei, bei der Arbeit mit Integrativkindern auch auf deren Stärken zu achten. Auch habe es vor 15 Jahren zunächst Bedenken gegeben, ob die beeinträchtigten Kinder den anderen die Aufmerksamkeit nehmen würden, doch mittlerweile seien die drei Integrativgruppen eine Bereicherung für den Kindergarten. „Wirkliche Probleme gab es nie“, so Jacobs. Im August wurde eine Integrativgruppe sogar erweitert und kann jetzt auch Kinder ab einem Jahr aufnehmen.