HUDE - Bohrer, Gips und Farbpulver sind nur ein kleiner Teil des täglichen Handwerkszeugs von Maria Saam. Die 24-Jährige macht eine Ausbildung zur Zahntechnikerin im Express-Labor Zahntechnik in Hude. Ich wollte gern ins Handwerk also mit meinen Händen und Fingern arbeiten, erklärt sie ihre Motivation, sich auf diesen Ausbildungsberuf zu bewerben. Vorher habe sie ein Praktikum in einer Kieferorthopädischen Praxis gemacht. Das ist mir wichtig, dass die Bewerber sich mit dem Thema Zahntechnik auseinander gesetzt haben, so Sabine Fischer, Zahntechnikermeisterin und Marias Ausbilderin.
Dreieinhalb Jahre lernt ein Auszubildender den Beruf des Zahntechnikers. Im Labor stellt er Kronen, Brücken, Prothesen oder Zahnspangen her. Am Anfang ist es, wie bei allen Ausbildungsberufen: Man fängt klein an. Gestartet wird mit kleineren Gipsmodellen, die wir für die Herstellung der Endprodukte brauchen. Schrittweise wird der Auszubildende dann an die Fertigung herangeführt, so Fischer. Es sei ganz normal, dass nicht sofort alles auf Anhieb klappt, der Auszubildende sollte trotzdem handwerkliches Geschick und Talent haben. Dazu kommt ein bisschen Geduld, wenn es nicht sofort funktioniert, so Fischer. Organisationstalent und Flexibilität sollte ein Bewerber auch mitbringen. Wenn ich meinen Tag durchplane, kann es trotzdem passieren, dass eine Reparatur reinkommt, die dann schnell bearbeitet werden muss, so Fischer.
Maria verblendet am liebsten Kronen mit Keramik. Es ist zwar schwer, aber es macht mir trotzdem Spaß, sagt sie. Bei einer Krone sei es schwierig, eine Masse schichtweise auf das Zahnmodell aufzutragen. Die Masse muss zudem so gemischt sein, dass der Farbton dem Zahnfarbton des Patienten entspricht, damit es im Mund natürlich aussieht.
Neben der Arbeit im Betrieb muss Maria auch zur Berufsschule. Sie lernt dort wichtige Grundlagen für ihren Beruf aus den Bereichen Physik, Chemie, Mathematik und Anatomie. Die Kenntnisse sind wichtig, wenn man mit den Zahnärzten über die Produkte spricht, so Fischer. Maria lernt im Blockunterricht an einer Berufsschule für Gehörlose und Schwerhörige in Essen. Hörende Azubis haben ein- bis zweimal die Woche in Oldenburg Unterricht, erklärt die Ausbilderin. Ihre Beeinträchtigung ist für Maria und ihre Ausbilderin kein Problem: Man muss sich eben darauf einstellen, so Fischer.
Im Dezember legt Maria ihre Abschlussprüfung bei der Handwerkskammer (HWK) ab. Danach möchte sie in dem Beruf bleiben: Die Chancen für Zahntechniker sind gut, weiß Sabine Fischer. Es herrsche ein Fachkräftemangel.
