HUDE - Sprachförderung in Kindertagesstätten bisher ein Thema für Gemeinden mit hohem Anteil an Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Das soll sich ändern. Alle Einrichtungen auch in Hude sollen in Zukunft vom Land die Möglichkeit bekommen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich fortzubilden. Und es gibt noch eine Neuerung: Kindertageseinrichtungen sollen in Zukunft Beratungserzieher einsetzen, um im engen Kontakt mit Eltern Ratschläge bei der Problembewältigung zu bieten.
Beide Konzepte wurden am Montagabend im Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales vom zuständigen Fachdienstleiter Uwe Schubert vorgestellt. Ausgehend davon, dass im Kindergarten die Nähe zwischen Eltern und Pädagogen am größten ist, sollen die zukünftigen Beratungserzieher Eltern Hilfe vermitteln.
Erster Test läuft
Wie das funktioniert, zeigt bereits Carola Lippstreuer im Kindergarten Gänseblümchen. Sie bietet fünf Stunden pro Woche kostenlose Beratungen an. Lippstreuer soll helfen, Hemmschwellen abzubauen sowie Info-Veranstaltungen und Betreuungsangebote vermitteln. Dabei können sich die Probleme um wirtschaftliche Schwierigkeiten, Erziehungsfragen, Suchtprobleme oder sexuelle Gewalt drehen. Das Angebot wird von Eltern sehr gut angenommen, sagte Schubert zu dem Modell. Einen Bericht über die Arbeit wolle er der Politik Mitte 2012 vorlegen.
Im Bereich der Sprachförderung geht er davon aus, dass die Maßnahmen im vorschulischen Bereich zwar gut laufen, sagte aber: Dort setzt man zu spät an. Deshalb müsse mit der Sprachförderung ab einem Alter von drei Jahren begonnen werden.
Wichtige Fördermaßnahme
Hintergrund ist, dass der Landkreis Oldenburg sich zum Ziel gesetzt hat, in allen Gemeinden Sprachförderung auf alle Kinder auszuweiten. Sprachförderung für alle Kinder ist zu einem der wichtigsten Bildungs- und Förderbereiche in der Frühpädagogik geworden, heißt es in der Vorlage zu dem Konzept.
Schubert stellte damit zwei Konzepte vor, an denen direkt keine Kritik seitens der Politik aufkam. Sie gab dem Fachbereichsleiter allerdings konkrete Aufträge mit auf den Weg.
Wichtig sei es, bei Hilfen darauf zu achten, dass Probleme nicht sozial begrenzt seien und alle Familien treffen können. Ebenso gelte es, darauf zu achten, dass die Einrichtungen für die Bewältigung der Mehrbelastung auch die nötige Unterstützung erhalten beispielsweise durch mehr bezahlte Arbeitsstunden für das Personal.
