Hude - Die Frage der fehlenden öffentlichen Toiletten im Ort treibt die Huder nicht erst seit heute um. Das wurde in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Gesellschaft und Soziales betont. Die Freien Wähler hatten das Thema mit einem Antrag wieder auf die Tagesordnung gebracht. Und sie erhielten einhellig Unterstützung ihres Anliegens.

„Harndrang ist ein Notfall. Und eine Toilette muss erreichbar sein. Wir haben keine Wahl, wir müssen dem gerecht werden“, unterstützte der Mediziner und SPD-Ratsherr Dr. Jürgen Onken den Antrag. „Grundsätzlich begrüßenswert“ fand diesen Vorstoß Friedrich Schnabel (CDU). Der Verwaltung wurde dann auch einstimmig der Auftrag erteilt, die Möglichkeit der Einrichtung öffentlicher Toiletten am Bahnhof und im Klosterbezirk zu prüfen. Dabei werden die Kosten eine große Rolle spielen.

Die teuerste Variante sind barrierefreie Unisex-Toiletten, vandalismushemmend eingerichtet. 136 000 Euro sind dafür zu berappen (plus Herstellung der Anschlüsse für die Ver- und Entsorgung). Hinzu kommen laut Verwaltung jährliche Kosten von circa 20 000 Euro für technische Wartung und Störungsbeseitigung sowie etwa 15 000 Euro für regelmäßige Reinigung. Alternativ bestehe die Möglichkeit des Mietkaufs. Die jährlichen Kosten (ohne Wasser, Strom usw.) betragen in diesem Fall 47 100 Euro, wobei Schäden durch Vandalismus vom Betreiber bis zu einem Betrag von 500 Euro übernommen werden.

Für den Klosterbezirk kommt diese Variante allein schon aus Gründen des Denkmalschutzes nicht in Frage, so Bürgermeister Holger Lebedinzew. Hier sei denkbar, im Zuge der Neugestaltung des Museums ein WC zu planen.

Am Bahnhof soll im Zuge der weiteren städtebaulichen Planung für die Huder Ortsmitte – Verlegung der Haltestellen für die Ersatzbusse, Nutzung des Torfplatzes – über die Möglichkeit, ein öffentlich zugängliches WC zu schaffen, nachgedacht werden. Das sei ja vielleicht auch förderfähig im Zuge des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts, meinte Friedrich Schnabel. Bislang gibt es am Bahnhofsvorplatz nur ein Behinderten-WC, welches nur von Menschen, die den Euro-WC-Schlüssel dabei haben, geöffnet werden kann. Man sollte vor einem Neubau einen Umbau dieser Toilette zum öffentlichen WC prüfen, regte Gabriele Klostermann (SPD) an. „Die Toilette am Bahnhof ist da, man muss sie nur öffnen“, sagte Karin Rohde (Grüne). Sie verwies auch auf die Aktion „Freundliche Toilette“, bei der Gastronomen und Wirtsleute durch Aufkleber signalisieren, dass man bei ihnen aufs WC darf.


Ideen gibt es auch für den Klosterbezirk. Man sollte prüfen, ob eine Toilette mit separatem Eingang am Kulturhof möglich wäre, sagte Marlies Pape (FDP).

Klaus Derke
Klaus Derke Redaktion Hude