HUDE - Eine Schermaschine, Wasser, Shampoo und eine Wurzelbürste – das sind die Utensilien, die Isabell und Hendrik Hohnholz benötigen, um „Babett“ und „Betsy“ ausgehfein zu machen. Vor der Abfahrt wird dann noch der Schwanz hochgebunden, damit er weiß bleibt. Wenn der große Auftritt kurz bevorsteht, werden noch ein paar frische Mistflecken entfernt und der letzte Staub muss der Bürste weichen. Zu guter Letzt bekommen die Rinder mit Kleister eine Startnummer aufs Hinterteil geklebt.

Die 14-jährige Isabell und ihr zwölfjähriger Bruder Hendrik sind Jungzüchter und nehmen in der entsprechenden Klasse an Wettbewerben teil – so auch am Sonntag bei der Jubiläumsschau des Tierschauvereins Hude-Berne. Das Abschlusswochenende der 777-Jahr-Feier Hudes nutzte der Verein, um mit einer Großschau sein 60-jähriges Bestehen zu feiern.

Mehr als 70 Rinder und rund 60 Pferde stellten Züchter und Landwirte auf einem Freigelände am Hurreler Weg den Richterkollegien vor. Und auch für all jene, die sich Rinder und Pferde lieber aus der Ferne anschauen, hatten die Vereinsmitglieder gesorgt: Am Rande der Schau hatten auch Schafe und Kaninchen ihren Platz. Für Kinder standen eine Hüpfburg und ein „Human Kicker“ bereit, während sich das Fachpublikum eine Maschinen- und Geräteausstellung ansehen konnte.

Die bunte Mischung kam beim Publikum an: Schon vor der offiziellen Eröffnung tummelten sich am Hurreler Weg längst nicht nur die Aussteller. „Allerdings hätten die Anmeldezahlen bei den Teilnehmern etwas größer sein können“, fand Jan-Bernd Tönjes (Vielstedt) der dem Tierschauverein zusammen mit Frank Drieling (Berne) vorsteht. „Aber die Betriebe werden immer größer – da bleibt für solche Veranstaltungen wenig Zeit.“ Tierschauen seien für die Landwirte ein Hobby, so Drieling. Mit großen Gewinnen sei da nicht zu rechnen. In Hude erhielten die Platzierten Gutscheine der Unternehmen, die die einzelnen Klassen als Sponsoren übernommen hatten. Und Spaß – den gab’s gratis dazu.

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